Regelrechter Balsam für die TVG-Seele war der Erfolg am zurückliegenden Wochenende. Mit dem Wilhelmshavener HV gastierte eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der Tabelle beim TVG, und der Ausfall zweier Leistungsträger schien die Aufgabe noch schwerer werden zu lassen. Selbst ohne den seit dem zweiten Spieltag verletzten Mannschaftskapitän Florian Eisenträger und dem bisher in der Runde so glänzend agierenden Dino Corak gelang Großwallstadt allerdings ein Sieg: ein verdienter und zudem nach den vollständigen 60 Minuten auch ziemlich deutlich ausfallender Erfolg gegen die Norddeutschen.

Das frisch hinzugewonnene Selbstvertrauen soll nun möglichst gleich wieder gewinnbringend in die Waagschale geworfen werden. Wobei es die Aufgaben gegen Coburg am Freitag in Oberfranken und dann, zwei Tage später, am Sonntag um 17 Uhr in Elsenfeld, gegen den EHV Aue ziemlich in sich haben.

Am Freitag in Coburg

Gleich am Freitag wartet, um 20 Uhr, der Gang zum Tabellenführer nach Coburg. Der HSC steht mit 17:5-Punkten zwar blendend da, hat zuletzt allerdings einige kleine Kratzer am Lack des Spitzenreiters erhalten. Die Oberfranken um den ehemaligen Akademiespieler Felix Sproß sind exzellent in die Runde gestartet und haben in den ersten zehn Spielen nur einen Punkt abgegeben. Dabei haben sie unter anderem beim letztjährigen Erstligisten Hüttenberg gewonnen. Zuletzt schien dann allerdings etwas Sand ins Getriebe gekommen zu sein, und Coburg gab sowohl in eigener Halle beim knappen 29:30 gegen Essen als auch auswärts beim deutlichen 28:22 in Lübeck gegen Lübeck/Schwartau zweimal beide Punkte ab.

Auch wenn Coburg nun punktgleich mit den Verfolgern Essen und Ferndorf ist, bildet der HSC nach wie vor eine Klasse für sich. Hauptpluspunkt ist das energische Angriffsspiel, das mit dem Schweden Pontus Zettermann, dem Weißrussen Anton Prakapenia und dem Österreicher Christoph Neuhold von einer gleichsam illustren wie internationalen Aufbaureihe geprägt wird. Toptorschütze ist bislang Florian Billek. Alles in allem hat Coburg ein Team beisammen, dem ein Aufstieg sicher zugetraut werden kann.

Taktische Erwägungen, sich eher auf die zweite Begegnung des kommenden Wochenendes, nur knapp zwei Tage später in eigener Halle gegen den EHV Aue, zu konzentrieren, gibt es beim TVG allerdings nicht. „Wenn ich spiele, will ich gewinnen“, stellt Rückraumspieler Jan Winkler unmissverständlich klar.

Am Sonntag kommt Aue

Wobei wohl nichtsdestotrotz nüchtern betrachtet die Chancen auf ein Erfolgserlebnis gegen die Sachsen ungleich größer sein dürften. Nicht zuletzt, weil der TVG in Elsenfeld antreten wird. Hier hat er bereits zweimal gewonnen sowie zweimal Remis gespielt und musste in der bisherigen Runde nur dem letztjährigen Erstligisten und als Meisterschaftsfavoriten gehandelten N-Lübbecke den Sieg überlassen.

Einen Grund, den EHV Aue vor dem Aufeinandertreffen am Sonntagnachmittag in der Untermainhalle zu unterschätzen, gibt es gleichwohl nicht. Gerade zu Rundenbeginn hat sich die Sieben aus dem Erzgebirge nämlich auch auf fremdem Terrain als brandgefährlich entpuppt und Punkte aus Hüttenberg und Wilhelmshaven mitgenommen. Selbst in Essen unterlag man letztendlich nur mit einem Tor Unterschied.

Alles in allem ist Aue momentan jedenfalls auf dem angepeilten Kurs zum Klassenerhalt. Weil es in der Tabelle allerdings ausgesprochen eng zugeht, hat der EHV als Elfter nur zwei Punkte mehr als der TVG. Wobei gut vorstellbar ist, dass Aue Freitag gegen Elbflorenz noch weitere Zähler ergattern wird können.

Mit einem breiten Kader ausgestattet, will Aue in dieser Runde vor allem in der Abwehr zulegen und insgesamt routinierter auftreten. Was die Defensive betrifft, hat der etablierte Zweitligist noch Luft nach oben. Nach einem Viertel der Runde haben nur Wilhelmshaven und Dormagen mehr Gegentore kassiert.

Großwallstadt setzt jedenfalls am Sonntag auf eine gut besuchte Halle und strebt mit der einmal mehr lautstarken Unterstützung der eigenen Fans einen dritten Heimerfolg in der laufenden Punkterunde an.

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