Foto:Günter Ohlig

Auch das dritte Spiel im neuen Jahr konnte der TV Großwallstadt nicht für sich entscheiden. Damit begann das neue Jahr für die Männer von Trainer Florian Bauer nicht unbedingt gut. Denn nach der Heimniederlage gegen Hamm und der Niederlage in Rimpar folgte nun auch das 31:33 gegen den unmittelbaren Abstiegskonkurrenten Dessau-Roßlau.

Nun heißt es, Ruhe bewahren, denn nach wie vor ist die Tabelle sehr eng beisammen und es braucht gerade einmal zwei Pluszähler mehr, um auf einen Nichtabstiegsplatz zu kommen. Der TSV Dormagen und der Handball Sport Verein Hamburg stehen mit 18 Pluspunkten sogar schon auf den Plätzen 13 und 14.

Am Samstag erwischte der TVG nicht seinen besten Tag, stand in der Abwehr nicht gewohnt sattelfest und ließ auch im Rückraum zu wünschen übrig. Auch die Torhüter agierten nicht gewohnt souverän.

Beide Mannschaften wussten um die Wichtigkeit dieser Begegnung. Während bei den Gästen unter anderem Leistungsträger Daniel Zele und Max Scheithauer fehlten, waren die Hausherren komplett. Mario Stark (Erkältung) musste allerdings unter der Woche pausieren und Dino Corak war auch noch von den Spielen zuvor angeschlagen.

Die Gäste kamen hochmotiviert und Regisseur Jonas Hönicke erzielte gleich den ersten Treffer. Die Gastgeber zogen nach und so ging das bis zum 8:8. Die Führung wechselte und in der  14. Minute erhöhten die Gäste erstmals auf 10:8 und wenig später betrug der Vorsprung sogar drei Treffer (13:10). Dessau zeigte bis dato eine gute Vorstellung, agierte sehr organisiert, ließ den Ball laufen und über die beiden Mittelleute, Hönicke und Slavomir Mlotek, lief das Spiel. Sie variierten gut, rissen durch den Linksaußen Marek Vanco immer wieder Lücken und hatten in Johannes Wasielewski ihren Vollstrecker. Der Linkshänder war nie zu egalisieren, erzielte insgesamt zehn blitzsaubere Tore. Florian Bauer wechselte den Torhüter, brachte Arturs Kugis.  Michael Spatz war es, der mit drei Toren in Folge den 13:13-Ausgleich herstellte. Bis zur Pause blieb die Partie umkämpft und es ging mit 16:16 in die Kabinen.

Nach Wiederbeginn brachte Marcel Engels sein Team in Front. Dessau ließ sich nicht abschütteln, blieb dran. Die Führung wechselte und Dino Corak sollte seine Mannschaft mit dem 24:23 (45.) letztmals in Front bringen. In der spannenden Endphase hatten die Gäste mehr vom Spiel, zeigten viel Einsatz, behielten stets die Übersicht und Ruhe. Uwe Jungandreas wechselte auf der Torhüterposition durch,  brachte den Ex-TVGler Dominik Plaue für die letzten zehn Minuten. Auch beim TVG wurde im Tor noch einmal gewechselt. Immer wieder waren es die Schützen von außen, die Tore erzielten. Vom Rückraum der Hausherren kam diesmal zu wenig. In der Schlussphase nahm Florian Eisenträger den starken Halbrechten der Gäste an die kurze Leine. Trainerfuchs Jungandreas reagierte sofort, nahm seinen Keeper raus und den siebten Feldspieler rein. Diese Rechnung ging auf. Trotzdem blieb es knapp (27:27, 28:28, 30:30). Beim 30:31 in der 58. Minute hielt Dominik Plaue mit seiner dritten Parade in Folge den wohl wichtigsten Ball für Dessau. Wasielewski erzielte anschließend das 32:30 aus Sicht der Gäste. Florian Bauer nahm noch einmal eine Auszeit und Lars Spieß netzte anschließend zum Anschluss ein. Doch Tomas Pavlicek machte per Siebenmeter den Sieg für seine Mannschaft klar.

Während die vielen mitgereisten Dessauer Fans ihre Mannschaft feierten, gab es beim TVG lange Gesichter.

Stimmen zum Spiel:

Florian Bauer, TVG-Trainer: „Glückwunsch an Dessau zum Sieg. Der Angriff war gut, aber 33 Gegentore zu viel. Wir bekamen keine Bindung zum Spiel, das Zusammenspiel von Torhüter und Abwehr hat heute nicht funktioniert. Wir waren bei unserem Vorsprung nicht clever genug.“

Uwe Jungandreas, DRHV-Trainer: „Ich glaube, jeder wusste, was auf dem Spiel stand und ich bin heilfroh über die zwei Punkte. Wir waren 60 Minuten lang im Angriff gut und vor allem unsere zwei Mittelleute im Rückraum waren sehr gut plus Johannes Wasielewski. Die Fehlerquote war gering. Allerdings hätte ich mir in der Abwehr ein bisschen mehr Leidenschaft und Disziplin gewünscht. Im Tor waren wir heute nicht so gut, aber die wichtigen Bälle wurden gehalten. Nach der Manndeckung von unserem Johannes Wasielewski brachte ich den siebten Feldspieler und das ist aufgegangen. Das haben wir clever gemacht und zu Recht gewonnen.“

TVG

Redwitz (1. bis 20. Minute, 42. bis 60. Minute), Kugis; Keck (n.e.), Spatz 13/3, Engels 4, Eisenträger 5, Blank (n.e.), Erifopoulos (n.e.), Schnellbacher (n.e.), Urban 3, Corak 1, Stark 1, T. Spieß 1, Winkler, L. Spieß 3, Göpfert (n.e.).

DRHV

Plaue (1. bis 12. Minute, 49. bis 60. Minute), Motlik (31.bis 49. Minute), Martinovic (12. bis 30. Minute); Pavlicek 4/3, Hanisch 1, Vanco 5, Mlotek 2, Pfeiffer (n.e.), Wasielewski 10, Schmidt, Hönicke 5, Jungemann 1, Zimmermann, Hanner 2, Zahradnicek 3.

Zuschauer: 1798. – Schiedsrichter: Hofmann/Horath. – Zeitstrafen: TVG 5 (Engels, Spatz, Corak, Stark, T. Spieß); DRHV 4 (Vanco, Wasielewski, zweimal Schmidt). – Siebenmeter: TVG 3/3; DRHV 3/3.

Spielfilm:

1:1 (2. Minute), 4:4 (7.), 8:8 (14.), 8:10 (16.), 10:13 (20.), 13:13 (24.), 13:15 (26.), 16:16 (30.); 17:16 (31.), 20:19 (36.), 21:21 (39.), 23:23 (44.), 27:27 (50.), 29:29 (56.), 30:31 (58.), 31:33 (60.).

Am Samstag muss der TVG zum schweren Auswärtsspiel nach Nordhorn-Lingen.

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