TVG dreht  11:15 Rückstand in einen 26:21 Sieg, dank geschlossener Mannschaftsleistung

Der TV Großwallstadt bleibt weiterhin auf Kurs. Am Samstagabend setzte er sich in einer gut besuchten  Halle unterstützt von vielen TVG-Anhängern auswärts gegen den HSC Bad Neustadt mit 26:21 (10:11) durch. Wobei das Endresultat durchaus etwas über den Spielverlauf hinwegtäuscht. Tatsächlich blieben im einzigen unterfränkischen Vergleich der ganzen Spielklasse die Hausherren über 50 Minuten auf Schlagdistanz. In den letzten Minuten war nach langer Zeit der ..immer wieder, immer wieder TVG Song aus der TVG-Fanecke zu hören. Das Team hatte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung aus einem 11:15 Rückstand  anfangs der zweiten Halbzeit zum Schlusspfiff einen erfreulichen  26:21 Sieg erreicht.

Die Gastgeber gaben lange  sogar den Ton an und lagen nach der Hälfte der Spielzeit in Führung. Gleich zu Beginn waren es mit Martin Bieger und Maximilian Schmitt zwei ehemalige Großwallstädter, die dafür sorgten, dass der HSC mit 2:0 in Führung ging. Während Spielführer Maximilian Schmitt im siebten Jahr beim Gastgeber längst eine etablierte Größe ist, unterstrich diesmal auch Martin Bieger sein Potenzial. Sechsmal traf der Linksaußen und heimste sich nach Spielschluss von Heimtrainer Christoph Kolodziej ein Lob ein. Gemeinsam mit der Torhüterleistung der ersten Halbzeit und Gary Hines rechnet Kolodziej Bieger zu den positiven Erscheinungen des HSC. Sonderlich viel Positives fällt TVG-Flügelspieler André Göpfert, den der Hausherr zum ausschlaggebenden Akteur der Partie auserkor, zur ersten Halbzeit nicht ein: „Uns sind zu viele technische Fehler unterlaufen. Wir haben einfach nicht ins Spiel gefunden, auch nicht über den Kreis.“ Der Tabellenviertletzte nutzte dies gegen den Spitzenreiter, um nahezu ein Viertel der Partie die Führungsrolle inne zu haben, ehe Tobias Raab und zweimal Mario Stark erstmals den Gast mit 5:8 in die Vorreiterrolle warfen. Wer nun allerdings bereits auf eine Wende gehofft hatte unter den zahlreichen und anfeuerungsfreudigen Großwallstädter Anhängern, sollte sich zunächst getäuscht sehen. Über 8:8 hatte der HSC nämlich bis zum Halbzeitpfiff auf eine eigene 11:10-Führung umstellen können.

Großwallstadt agiert abgebrüht

Nach Wiederanpfiff stockte Bad Neustadt durch je zwei Tore von Gary Hines und Adam Pal sogar auf 15:11 auf. Die Großwallstädter Serie von zwölf gewonnenen Spielen in Folge drohte ausgerechnet am Faschingssamstag zu enden. In diesen Momenten ist dem Team allerdings immer mehr anzumerken, dass es mittlerweile das nötige Selbstvertrauen und Selbstverständnis hat, eine Wende herbeizuführen. Selbst wenn Torwart Artūrs Kuģis nach einem Foulspiel gegen den heraneilenden Martin Bieger noch in der ersten Halbzeit disqualifiziert wurde, konnte nun, auch gestützt auf Torwart Stefan Koppmeier, eine Wende eingeläutet werden. HSC-Trainer Kolodziej ärgerte sich, dass seine Schützlinge in dieser Phase das ausgegebene Schusskonzept wohl nicht berücksichtigten. „Wir sind dann als Mannschaft ins Spiel gekommen“, meint André Göpfert, „und haben ein geschlossen gutes Spiel gezeigt.“ Daran hatte er neben Mario Stark und Michael Spatz mit fünf Toren in den letzten 25 Minuten maßgeblichen Anteil. „Die Bank ist beim Gegner einfach besser besetzt“, musste Christoph Kolodziej anerkennen, der trotzdem alles in allem mit der Leistung seiner Sieben und der 21:26-Niederlage nicht vollkommen unzufrieden war.

Vielversprechende Konstellation

Gästetrainer Manfred Hofmann sprach von einer Begegnung, die alles geboten habe, inklusive eines spannenden, mitunter gar dramatischen Handballspiels. Auf ein solches dürfen sich die heimischen Anhänger wohlmöglich auch am kommenden Samstag, ab 19:30 Uhr, in der Untermainhalle in Elsenfeld freuen. Dann wird nämlich zu einem Derby die HSG Rodgau Nieder-Roden anreisen. Die Hessen, die als Ligadritter die wenigen Kilometer an den bayerischen Untermain fahren werden, stellen jene Mannschaft, die im September vergangenen Jahres als bislang letzter Gegner den TVG in die Knie zwingen konnte.

 

HSC Bad Neustadt – TV Großwallstadt 21:26 (11:10)

HSC Bad Neustadt: Weber, Schmidl; Schmitt 1, Kleinhenz 1, Wolf 1, Hines 8/1, Riesenberger, Bieger 6, Pal 2, Kalliske, Gerr 1, Leskovec 1.

TV Großwallstadt: Koppmeier, Podsendek, Kuģis; Spatz 9/4, Geck, Blank, Raab 2, Schnellbacher, Corak 2, Stark 5, T. Spieß 3, Winkler, Göpfert 5.

Zuschauer: 773 in der Bürgermeister-Goebels-Halle in Bad Neustadt. – Schiedsrichter: Friedel/Herrmann. – Siebenmeter: 1/1:4/4. – Zeitstrafen: 14:12 Minuten (Gerr dreimal, Hines, Bieger, Kalliske, Leskovec – T. Spieß dreimal, Geck, Raab, Göpfert). – Rote Karten: Kuģis (TVG, 23.) nach einem Foulspiel sowie Gerr (HSC, 53.) und T. Spieß (TVG, 54.) infolge der jeweils dritten Zeitstrafe.

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