Großwallstadt in Baunatal

Beeindruckende elfmal hat der TV Großwallstadt mittlerweile in Folge in der dritten Liga Ost gewonnen. Nun winkt die Chance, am Samstag ab 18 Uhr, das Dutzend in Baunatal zu vervollständigen. Mit den Nordhessen haben die Unterfranken ohnehin noch eine Rechnung offen. Als bisher einzige Gastmannschaft überhaupt sicherte sich der GSV Eintracht Baunatal nämlich in der Untermainhalle in Elsenfeld in der bisherigen Saison etwas Zählbares und nahm bei seinem 26:27-Auswärtssieg Mitte September sogar beide Punkte vom Main mit. Dabei sprachen damals eigentlich alle Rahmenfaktoren gegen den Gast und sogar dieser selbst war im Vorfeld von einer Niederlage in dieser Partie ausgegangen.

Schlechte Erinnerungen

Tatsächlich sollte aber die Begegnung nach zuvor ernüchternden 0:6-Punkten für die eigentlich mit einer sehr zufriedenstellenden und harmonischen Vorbereitung in die Saison gestarteten Großenritter Handballer so etwas wie einen Startschuss darstellen. Seitdem haben sie sich nämlich spürbar gesteigert und treten nun mit der Empfehlung gegen Großwallstadt an, nur eines der letzten neun Spiele verloren zu haben. Droht TVG-Trainer Manfred Hofmann also abermals das schon in der letzten Partie von ihm selbst beobachtete Herzklopfen in Verbindung mit kalten Füßen und heißen Fingern? Nun, es kann wohl Entwarnung gegeben werden. Seine Sieben hat nämlich auch am zurückliegenden Wochenende noch einmal unter Beweis gestellt, dass sie, wenn es darauf ankommt, vielmehr mit kühlem Kopf und heißem Herzen agieren kann und gegen Gelnhausen schon einmal die erste Etappe auf dem recht kurzen Wiedergutmachungskurs der bislang nur drei in dieser Runde verlorenen Aufeinandertreffen gemeistert.

Zuversichtliche Haltung

Nun fährt man sicherlich auch zuversichtlich die 200 Kilometer gen Norden. Bereits in der Saison 2015/16 hatte man im ersten Drittligajahr beide Partien gegen die Eintracht gewonnen und kennt die Gemeinde im Raum Kassel zudem aus dem Final Four um die deutsche B-Jugendmeisterschaft 2012. Einige der damaligen Spieler sind mittlerweile zu Erstligaakteuren herangereift und zumindest ein Aufstieg in die zweite Bundeliga ist auch beim TVG mehr und mehr eine realistisch erscheinende Vision, die sich abzuzeichnen beginnt. Punkt 18.1 b der aktuellen Durchführungsbestimmungen fasst es in trockene Worte: „Die Staffelsieger der 3. Liga steigen in die zweite Bundesliga auf.“ Derzeit würden dem Quartett neben dem TVG noch Hamburg (Norden), Nußloch (Süden) und Ferndorf (Westen) angehören.

Zu überbordender Euphorie besteht freilich schon aufgrund der vielen zuletzt verletzten Schlüsselspieler kein Grund. Zu Recht warnt TVG-Trainer Manfred Hofmann davor, dass die Saison noch lang und die Herausforderungen groß sind. Andererseits kommt man allerdings auch nicht darum herum, den TVG-Akteuren einen Reifeprozess zu attestieren. Zusätzlich gestärkt durch das Selbstvertrauen einer langen Siegesserie haben sie zuletzt gegen Gelnhausen unter Beweis gestellt, sich auch von einem zunächst deutlichen Rückstand nicht mehr entscheidend aus der Bahn werfen zu lassen. Dies musste auch der südhessische Gegner letztendlich anerkennen. In Nordhessen soll es am Samstag möglichst ähnlich sein.

Bemerkenswerte Zahl

Baunatal bestreitet bereits das dritte Heimspiel in Folge und hat zuletzt gegen Northeim und Bad Neustadt die Punkte in souveräner Manier in der heimischen Rundsporthalle behalten. Nun will der Tabellensiebte, der acht Pluspunkte hinter Spitzenreiter Großwallstadt steht, sicherlich auch den Primus ein zweites Mal ärgern. Dazu hat man sich beim GSV vorgenommen, vor allem das Spiel in Überzahl noch zu verbessern. Jüngst gegen Bad Neustadt – das abgesehen von drei Gleichständen stets in Rückstand lag – war es vor allem die agile Deckung mit einem äußerst reaktionsschnellen Constantin Paar im Rücken, die zum Erfolgsfaktor wurde. Wermutstropfen ist aber für den designierten Hausherrn, dass auch hier die gesundheitliche Situation Sorgen bereitet. Hat man gerade erst so langsam eine Grippewelle überstanden und sich über einen kompletten Kader gemeint freuen zu können, hat sich nun Phil Räbiger an der Hand verletzt. Der Rückraumspieler ist nach Felix Geßner und Sven Vogel der drittgefährlichste Torschütze im Team. Wobei auch in Sachen Torjäger Großwallstadt nach wie vor einsame Spitze bleibt: Michael Spatz hat bereits 169-mal getroffen und schon über 50 Tore mehr als der in dieser Torbilanz Zweitplatzierte.

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