Foto: Günther Ohlig

Vergangene Woche war im Großwallstädter Lager die Enttäuschung groß, denn gegen den VfL Lübeck-Schwartau gab es am Ende nur ein Unentschieden. Zwei Punkte wären durchaus möglich gewesen, denn die Mannschaft gab alles und spielte am Limit. Daher sagte auch Maik Pallach: „Der Sieg wäre möglich und auch verdient gewesen. Die Jungs waren sehr engagiert und waren gewillt, über die Grenzen zu gehen. Dass wir zehn Sekunden vor Schluss den Ausgleich kassieren, war bitter.“ Allerdings sagt der Coach auch, „dass wir uns an die eigene Nase fassen müssen. Beim 25:23 müssen wir den Deckel draufmachen.“

Abhaken. Weiter geht es. Am Sonntag kommt der HC Elbflorenz in die Untermainhalle und hier muss doppelt gepunktet werden. Die Gäste haben derzeit 27:43 Punkte auf dem Konto, sind also drei Punkte vom TVG weg (24:46). Der TSV Bayer Dormagen hat es gar geschafft, sich vier Punkte vom ersten Abstiegsplatz zu entfernen.
Wollen die Hausherren ihre Minimalchance auf den Klassenerhalt wahren, dann bleibt nur ein Sieg. Allerdings haben die Gäste das rettende Ufer auch noch nicht ganz erreicht. Deshalb stehen auch sie unter Druck und müssen gewinnen. Nicht zu verstehen ist allerdings, warum der HCE mit dieser Mannschaft sich nicht längst im Mittelfeld der Tabelle etabliert hat. Er hat einen enorm guten Kader mit Zweitliga-Niveau, viel Qualität und Erfahrung. Alleine Henning Quade, Roman Becvar, Nils Kretschmer, Tim Philip Jurgeleit bedeuten schon die halbe Miete. Mario Huhnstock im Tor ist ein sicherer Rückhalt und trotzdem klappt es diese Saison nicht so wie gewünscht.

Deshalb beendete die HCE-Führung auch im April mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Trainer Christian Pöhler. Die Verantwortlichen reagierten auf die sportliche Situation und die Geschicke der Mannschaft übernahm als neuer Cheftrainer Rico Göde (vormals Co-Trainer). Gemeinsam mit seinem neu formierten Trainergespann Kay Blasczyk, Jens Pardun und Timo Meinl will er versuchen, das Team in der zweiten Liga zu halten und vom schlingernden Kurs abzubringen. Das hat gegen Aue, Rhein Vikings und Dormagen gut geklappt. Gegen Hüttenberg gab es noch einen Zähler obendrauf. Allerdings setzte es vergangene Woche gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten Wilhelmshavener eine Niederlage. Sonst wäre Dresden schon den Abstiegsplätzen davon geeilt. Nun gilt es auch für sie, die Chance zu nutzen und das Habenkonto weiter aufzustocken.

„Ich bin gespannt“, sagt daher auch Michael Spatz. Er, der jüngst sein 2000. Tor im Trikot des TVG erzielte, weiß, was die Stunde geschlagen hat. Doch nicht nur er weiß es: „Das wissen wir alle und wir werden alles geben, um aus diesem immens wichtigen Spiel als Sieger hervorzugehen.“

Das TVG-Trainergespann muss abwarten, mit welcher Mannschaft es auflaufen kann. Außer den Langzeitverletzten sind es noch Dino Corak (Schulter) und Tom Spieß (Knie), die angeschlagen sind. Marcel Engels erwischte die Grippe und Mario Stark ist auch noch nicht genesen. Doch Pallach ist optimistisch und sagt: „Wir haben für die nächsten Wochen einen Leitfaden erarbeitet. Alle wollen einen Tick mehr über die Grenzen gehen, mehr machen als sowieso schon gemacht wird. Egal, ob Mannschaft, Verantwortliche, Führung, einfach alle. Dann werden wir sehen, wo wir am Ende stehen. Ich wünsche mir, dass uns am Sonntag die Fans wieder so tragen wie zuletzt. Die Halle muss kochen, um noch ein paar Prozent mehr aus uns heraus zu kitzeln. Letzte Woche haben uns die Fans gerade die letzten Minuten getragen. Das war fantastisch. Gegen den HCE müssen wir das auch wieder hinbekommen.“

Teilen auf