TV Großwallstadt und HSV Hamburg so werden die beiden Gegner am Samstag, ab 19:30 Uhr, in der Untermainhalle in Elsenfeld heißen. Zwischen den zwei Vereinen gibt es durchaus einige Parallelen. Sie stammen aus traditionsreichen Sportstandorten, die schon zu Feldhandballzeiten für große Schlagzeilen sorgten. Nachdem beide zu Beginn des Jahrzehnts die Deutsche Meisterschaft und Champions League gewannen (HSVH) oder zumindest im Europapokalfinale (TVG) standen, mussten beide finanziell zwischenzeitlich Turbulenzen vertragen, sind nun aber zurück im Bereich der Bundesliga. Wobei die Klubs aller ruhmreichen Vergangenheit zum Trotz kaum Erfahrung in der Zweiten Bundesliga aufweisen.

Direkt unglücklich wäre man wohl auch weder an der Elbe noch am Main, wenn es bei einer kurzen Episode bliebe, sind sich doch viele Fachleute einig, dass solch namhafte Vertreter eigentlich in der obersten deutschen Spielklasse am besten aufgehoben wären. Dies ist allerdings allenfalls Zukunftsmusik, momentan fordert der harte Alltag beide Aufsteiger. Sowohl der letztjährige Meister der dritten Liga Ost als auch jener der dritten Liga Nord sind derzeit noch damit beschäftigt, überhaupt Zweitligist zu bleiben. Dass die Liga sehr ausgeglichen ist und fünf Mannschaften absteigen werden, erschwert dies ziemlich.

Hochs und Tiefs im Norden

Wobei aktuell der HSV Hamburg die Nase im Vergleich zum TVG ein Stück weit vorne hat, weil er nach 17 von 38 Spielen drei Punkte mehr auf seinem Konto hat. Die doch ziemlich überschaubare Zahl von nur drei Punkten macht in der Tabelle einen großen Unterschied fünf Plätzen aus, entscheidet momentan darüber, wer auf einem Abstiegsplatz steht und wer der Zweiten Liga eine weitere Saison erhalten bliebe.

Ein Mann, der mit Großwallstadt als Spieler und Hamburg als Trainer große Erfolge feierte, ist wohl von dieser Entwicklung nicht sonderlich überrascht. Die Rede ist von Martin Schwalb. Der 55-Jährige ist als Vizepräsident in der Führungsriege des HSV Hamburg und hatte seinen Handballern eine schwere Runde prophezeit, in der er seine Mannschaft aber durchaus als für den Erhalt der Klasse gewappnet ansieht.

Bislang haben die Handballer aus der Freien und Hansestadt Hamburg schon Hochs und Tiefs in dieser Saison vorzuweisen, an denen übrigens mit dem aus Fürth stammenden Franken Marius Fuchs auch ein ehemaliger Spieler der TV Großwallstadt Junioren am Kreis seinen Anteil hat. Hamburg war direkt mit drei Niederlagen gegen Balingen-Weilstetten, Ferndorf und die Rhein Vikings in die Saison gegangen, schien sich danach allerdings mit drei Erfolgen gegen Hamm-Westfalen, Dessau-Roßlau und Elbflorenz rasch zu stabilisieren. Obwohl der Kader im Vergleich zur Drittligarunde kaum verändert wurde und mit Thies Bergemann (Kiel) und Aron Ran Edvardsson (Island) nur zwei Neuzugänge hinzukamen, weist die Saisonkurve der Hamburger noch einige unerwartete Ausschläge auf. Mittlerweile steht man im Mittelfeld, trägt aber noch schwer an der jüngsten Niederlage in eigener Halle gegen Lübeck-Schwartau.

Zuschauermagnet der Liga

Auf den TVG und seine Fans wartet also eine anspruchsvolle, aber auch sehr reizvolle Aufgabe. Zum Aufgebot des Gegners in dieser Saison zählen schließlich mit Blazenko Lackovic oder Stefan Schröder arrivierte ehemalige Nationalspieler, die auch schon in der Ersten Liga ihr Können gezeigt haben. Nur im Schulterschluss mit den Anhängern können gegen die Mannschaft, die vom Weltmeister von 2007, Torsten Jansen, trainiert wird, beide Punkte am Bayerischen Untermain behalten werden. Sieht man aber, dass der HSVH bereits vor der Saison mehr als 2000 Dauerkarten verkauft hatte und der Zuschauerkrösus der Liga ist, kann man sich vorstellen, dass die Hanseaten eine steife Brise gewohnt sein werden. Erst am letzten Wochenende war die Halle im Derby gegen Lübeck-Schwartau mit 3570 Besuchern ausverkauft.

Trotzdem rechnet sich der TVG eine Chance aus. Zumal er in der Tabelle in den letzten drei Partien des Jahres noch einiges an Boden gutmachen will. Dass zuletzt einige verletzte Spieler, allen voran Kapitän Florian Eisenträger, zurück auf das Feld gekehrt sind, schürt Zuversicht und Ehrgeiz nur noch weiter an.

Alle, die nicht in die Halle kommen können, haben natürlich auch an anderer Stelle die Möglichkeit, die Partie zu verfolgen. Sie wird wieder live auf Sportdeutschland übertragen werden, und auch das Main-Echo wird in seinem Blog unter www.main-echo.de/tvg sich wieder direkt aus der Halle zu Wort melden.

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