Großwallstadt läuft in Hanau auf

Die so erfolgreiche Spielzeit 2017/18 endet für den als Meister feststehenden TV Großwallstadt, am Samstag ab 19 Uhr in der Main-Kinzig-Halle in Hanau, mit einem echten Spitzenspiel. Der gastgebende Zusammenschluss der beiden Vereine TV Kesselstadt und TS Steinheim belegt zwar in der Tabelle den vierten Patz, stellt allerdings in der gesamten dritten Liga unter allen 64 Teilnehmern gemeinsam mit Ferndorf, das in der Westgruppe verlustpunktfrei an der Spitze steht, die einzige Mannschaft, die in eigener Halle noch ungeschlagen ist. Nur gegen Großsachsen im Oktober und Bernburg im Januar hat die HSG bislang je einen Zähler abgegeben, ansonsten blieb sie in allen zwölf Heimspielen verlustpunktfrei.

Bescheiden nur abseits des Feldes

Dabei gab man sich im Leitstand der Hessen vor der Runde eigentlich ausnehmend bescheiden: Den Klassenerhalt hatte man sich nämlich zum Ziel gesetzt und sprach lange alleine davon, die nach eigenen Berechnungen dafür erforderlichen 25 Punkte möglichst schnell einfahren zu wollen. Diese Etappe hat man freilich in der Gebrüder-Grimm-Stadt längst kassiert und schon elektrisiert ein neues Ziel den Verein. Man träumt davon, sich überhaupt zum ersten Mal für den DHB-Pokal zu qualifizieren. Dazu müsste man unter den besten fünf Mannschaften landen. Ein Unterfangen, dass am letzten Spieltag noch die um zwei Punkte schlechter dastehenden Mannschaften aus Leutershausen und Groß-Bieberau/Modau konterkarieren könnten, zumal der direkte Vergleich mit diesen Vereinen zuungunsten der HSG ausgeht.

Wobei man völlig unabhängig vom Ausgang des letzten Spieltages dem Handball in Hanau ein großes Lob zollen muss. Nachdem die durchaus sehr erfolgreichen Großfeldtage der TS Steinheim – Spiele zu Feldhandballzeiten zwischen dem TVG und dem TSS lockten einst bis zu fünfstellige Zuschauerzahlen an die Jahnkampfbahn in Großwallstadt – doch schon einige Jahrzehnte zurückliegen, etabliert sich die HSG mehr und mehr. Im vorletzten Jahr aus der Oberliga Hessen aufgestiegen, hat sich die Mannschaft in der Saison 2016/17 rasch an das Klima der dritthöchsten Spielklasse gewöhnt und mit Rang neun die Klasse souverän gehalten. In der am Wochenende auslaufenden Spielzeit hatte man flugs – erstmals überhaupt in der Liga – ein positives Punktekonto und schafft es, sich dort mit attraktivem Handball zu positionieren.

Kleiner aber sehr feiner Kader

Setzen kann Hanau dabei auf einen zwar zahlenmäßig relativ kleinen, dafür aber umso spielstärkeren Kader. Marc Strohl und Philipp Reuter, so sagt HSG-Trainer Patrick Beer, seien die wichtigsten Akteure in seinem Aufgebot. Wobei Hanau gerade erst jüngst bewies, auch einen Grand ohne Vier meistern zu können: Jener Philipp Reuter fehlte der HSG nämlich beim Gastspiel in Bad Neustadt genauso wie Kai Best, Marius Brüggemann und Lucas Lorenz. Dies hinderte die Hessen gleichwohl nicht daran, durch einen Auswärtserfolg die Abstiegssorgen des HSC noch weiter zu verschärfen. Wobei Philipp Reuter im Kader des kommenden Gastgebers nicht das einzige aus Großwallstadt selbst bereits bekannte Gesicht ist: Torjäger Maximilian Bergold, der mit 110 Treffern bislang erfolgreichster Torschütze der HSG ist, Kreisläufer Hannes Geist und Rückraumspieler Laurin Müller waren ebenfalls bereits in der Jugend in Großwallstadt aktiv. Zudem kennen in der Region sicherlich viele den talentierten Torhüter Can Adanir, der zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln wird, noch aus seinem Stammverein Rot-Weiß Babenhausen.

TVG will sportliche Revanche

So reizvoll die Herausforderung erscheint, aus Großwallstädter Sicht könnte sie sicherlich deutlich einfacher sein. Dass zuletzt beim TVG Stammkräfte wie Artūrs Kuģis und Lars Spieß fehlten, lässt die Aufgabe nicht einfacher erscheinen. Anderseits stellt der TVG nicht ohne Grund mit gewonnenen 21:7-Punkten die mit Abstand beste Auswärtsmannschaft der ganzen Staffel. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der TVG nach der Niederlage aus der Vorsaison in der Main-Kinzig-Halle noch eine Rechnung offen hat, und das Team den zum Rundenende scheidenden Spielern sowie Trainer Manfred Hofmann einen würdigen Abschied bereiten will, scheint die Saison mit einem letzten absoluten Höhepunkt enden zu können. Viele Fans haben jedenfalls bereits angekündigt, Samstag mit dem TVG vor Ort sein zu wollen.

Luis Franke verlässt den TVG

Nachwuchstalent und Allrounder Luis Franke hat den TVG wissen lassen, dass er das Verlängerungsangebots des TVG für die neue Saison in der 2. Liga nicht in Anspruch nehmen will. Franke möchte zur neuen Saison zu einem anderen Verein wechseln, um mehr Spielpraxis sammeln zu können.

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