Rimpar setzt sich gegen Großwallstadt durch

Hinterher ist man bekanntlich immer klüger. In der Halle war rund um das 24:26 (11:13) zwischen dem TV Großwallstadt und den Rimparer Wölfen vor allem eine frühe rote Karte gegen Mario Stark ein großes Thema. Bereits in der 18. Minute verwies das Schiedsrichtergespann Christian Moles und Lutz Pittner den Leistungsträger des Feldes. So sehr dieser Ausfall den Hausherrn vor 2555 Zuschauern in der f.a.n. frankenstolz Arena in Aschaffenburg auch schmerzte und schwächte, muss man allerdings den beiden Unparteiischen nach einem Studium der Videobilder doch zubilligen, dass diese Entscheidung richtig war. Mario Stark – der zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal getroffen hatte und eines der Zugpferde des Gastgebers zu werden schien – erwischt in der Tat den Rechtsaußen des Gegners bei einem Wurf mit der Hand am Fuß. Da dieser dadurch aus der Wurfbalance gebracht wird, ist eine Disqualifikation die Folge.

Frühe Schwächungen beim TVG
Überhaupt hatte es diese Minute kurz vor Ende des ersten Spieldrittels für die Heimmannschaft in sich. Nur Sekunden zuvor war nämlich bereits Tom Spieß mit einer Zeitstrafe bedacht worden. Da diese bereits die zweite im Spiel war, hätte nach einer weiteren Hinausstellung ebenfalls die rote Karte gedroht. Es bestand also plötzlich ziemlicher Handlungsbedarf beim TVG, der grundsätzlich zu diesem Zeitpunkt angesichts eines 6:7-Zwischenstandes noch ziemlich vielversprechend im Rennen lag. Man schien sogar kompensieren zu können, dass Spielführer Florian Eisenträger die Partie nur mit einer dicken Polsterung am Arm verfolgen konnte. Der TVG ließ sich von der Stimmung anstecken und setzte auf Kampfgeist.

Dies ist gleichwohl eine Disziplin, in der sich auch die Gäste aus dem Vorort Würzburgs verstehen. Diese hatten gleich in ihrer Ersten Sieben mit den Rückraumspielern Steffen Kaufmann und Patrick Schmidt sowie Kreisläufer Patrick Gempp drei Akteure, die im Leistungszentrum des Hausherrn ausgebildet wurden. Überhaupt brannte der von Trainer Dr. Matthias Obinger sehr gut eingestellte Gast darauf, die Bilanz von bislang vier Niederlagen gegen den TVG in vier Spielen zu eigenen Gunsten etwas aufzubessern. Flüssig und temporeich agierte Rimpar und lag dementsprechend zur Halbzeit auch vorne.

Rimpar nutzt Durchschnaufphase
Gleichwohl war der TVG angesichts eines Zwei-Tore-Rückstandes noch nicht entscheidend ins Hintertreffen geraten. Wobei der unterfränkische Gastverein aber den Vorteil hatte, über einen breiteren Kader als der TVG zu verfügen. Dies bewies etwa der eingewechselte Lukas Siegler, der im Rückraum immer wieder Akzente zu setzen vermochte. „Ich muss ein Kompliment an die Mannschaft machen“, sagte Gästetrainer Dr. Matthias Obinger nach der Begegnung, „sie haben den Matchplan nahezu optimal umgesetzt. Es ging um Kleinigkeiten, und wir haben die eine Schwächephase des TVG konsequent ausgenutzt.“ In dieser zogen die Gäste Mitte der zweiten Hälfte von 16:17 binnen acht Minuten auf 17:21 davon. Sein Trainerkollege Florian Bauer haderte derweil zum wiederholten Male damit, dass sein Team bereits zuvor eine sich ihm bietende Möglichkeit nicht ergreifen konnte: „Wir waren auf 10:10 heran, dann ist die Halle da und wir haben die Chance, mit einer Führung in die Pause zu gehen. Direkt nach der Halbzeit ist uns dasselbe wieder passiert. Wir stellen die Abwehr um, kriegen viermal den Ball geschenkt, können die sich uns bietenden Chancen aber nicht nutzen. Hinten raus hat es dann einfach nicht gelangt.“

Zu einem Heimspiel wird der TVG nun erst wieder Anfang Oktober gegen die Rhein Vikings antreten. Zuvor stehen noch die beiden Auswärtsspiele gegen Dessau-Roßlau und Dormagen auf dem Spielplan.

TV Großwallstadt – DJK Rimpar Wölfe 24:26 (11:13)

TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 4/2, Engels 4, Blank, Erifopoulos 1, Pfeifer, Schnellbacher, Corak 4, Stark 2, T. Spieß 1, Keck, Winkler 3. L. Spieß 2, Göpfert 3.
DJK Rimparer Wölfe: Wieser, Brustmann; Böhm 1, Karle, Gempp 3, Schmidt 2, Kaufmann 4, Siegler 4, Meyer, Bauer 1, Schulz 1, Backs 3, Brielmeier 1, Herth 3/2, Sauer 3.
Zuschauer: 2555 in der f.a.n. Frankenstolz-Arena in Aschaffenburg. – Schiedsrichter: Moles/Pittner. – Siebenmeter: 4/2:3/2 (Spatz scheiterte zweimal – Herth vergab). – Zeitstrafen: 04:06 Minuten (zweimal T. Spieß – Meyer, Schulz, Brielmeier). – Disqualifikation: Rote Karte gegen Stark (TVG, 18.).

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