TVG spielt in Dresden

Ein letztes stressiges Wochenende hat der TV Großwallstadt gerade erst hinter sich, da heißt es schon wieder, die Kräfte zu bündeln. Am Freitag wird die Partie beim HC Elbflorenz ausgetragen werden. Auch diesmal plant die sportliche Reisegruppe um Mannschaftskapitän Florian Eisenträger die 950 Kilometer bis in die sächsische Landeshauptstadt Dresden und wieder zurück an einem einzigen Tag zurückzulegen.

Dabei haben will man dann auch das Selbstvertrauen, was vor allem die beiden letzten Paarungen durchaus eingespielt haben. Sowohl gegen den TUSEM Essen in eigener Halle als auch Lübeck-Schwartau auswärts überzeugte der TVG vor allem in der ersten Halbzeit, erntete viel Lob und lieferte insgesamt zwei sehr brauchbare Leistungen ab. Nach dem Erfolg über die Sieben aus dem Ruhrgebiet räumte man an der Ostsee sogar ein, dass eine Punkteteilung durchaus nicht unverdient gewesen wäre.

Zähler hätten dem unterfränkischen Traditionsverein auch in der Tabelle gut zu Gesicht gestanden, würde er dann doch über dem Strich liegen, der die fünf Abstiegsränge von den übrigen Platzierungen trennt. Noch stehen allerdings in diesem Jahr eine Handvoll Spiele aus, die dazu beitragen könnten, dass das neue Jahr auf einem Nichtabstiegsplatz eingeläutet wird und der TVG gutgelaunt in die WM-Pause geht.

Dem nächsten Gegner war in der zurückliegenden Saison das Kunststück gelungen, sich in der neuen Klasse als Aufsteiger zu bewähren und dies mit 35:41-Punkten bemerkenswert souverän. Auf dem Weg ins Unterhaus der Bundesliga hatte der HCE in der Ostgruppe der dritten Liga unter anderem den TV Großwallstadt hinter sich gelassen. Der eine oder andere wird sich noch daran erinnern, dass das Team damals früh in der Saison aus Großwallstadt beziehungsweise Elsenfeld mit einer Niederlage und 0:6-Punkten zurückgekehrt war. Direkt danach liefen die schon damals professionell aufgestellten Sachsen allerdings zu großer Form auf, gaben in 27 Spielen nur noch vier Punkte ab und wurden schließlich Meister.

Ob ihnen diesmal erneut ein vergleichbares Husarenstück glücken kann? Der Start in die Spielzeit 2018/19 war jedenfalls eher dürftig. Aus den ersten zehn Spielen verbuchte der HCE nur zwei Punkteteilungen und musste sich unter anderem den Aufsteigern Hamburg in eigener Halle und Ferndorf auswärts beugen. Erst nach einem Heimsieg vor ziemlich genau einem Monat gegen Rimpar scheint der Knoten allmählich geplatzt zu sein. Aus den folgenden Partien holten die Schützlinge von Trainer Christian Pöhler 6:4-Punkte und gaben die Rote Laterne der Spielklasse an den HC Rhein Vikings ab.

Blickt man auf den Kader der Handballer von der Elbe, darf einen das eigentlich nur wenig überraschen. Er besticht sowohl mit einer großen Eingespieltheit als auch unzweifelhaft vorhandener Klasse. Dazu tragen profilierte Akteure wie Mario Huhnstock oder Roman Becvar genauso bei wie der bislang beste Torschütze Gabor Pulay. Wobei gerade das Erzielen von Treffern nicht zu den Stärken des HCE zählt, stellt er doch derzeit den drittschwächsten Sturm der Liga, der in 16 Spielen rund 60 Tore weniger als der des TVG erzielt hat. Dafür hat die Abwehr nur zehn Tore mehr als die des Ligaersten Coburg zugelassen.

Bei allem Stress wird beim TVG auch ein Hauch Wiedersehensfreude mitschwingen. Die beiden Rückraumspieler Nils Kretschmer und Marc Pechstein haben nämlich in der Vergangenheit auch schon das Großwallstädter Trikot getragen. Während des Spiels wird man darauf keine Rücksicht nehmen und alles daran setzen, im neunten Auswärtsspiel erstmals die beiden Punkte unter Dach und Fach zu bringen.

 

Teilen auf