TVG bezwingt Tabellenführer Essen

Was war das für eine rauschende Geburtstagsfeier von Michael Spatz. Gegen den als Tabellenführer angereisten TUSEM Essen brennt der TV Großwallstadt vor 1310 Zuschauern in Elsenfeld vor allem im ersten Durchgang ein Feuerwerk ab und führt nach 30 Minuten mit 20:12. Auch im zweiten Durchgang geht dem TVG die Puste nicht aus, und Essen muss sich nach fünf Auswärtssiegen am Stück mit 36:33 geschlagen geben. Neben dem nun 36 Jahre alten Michael Spatz, der passenderweise mit dem 36. Tor die Partie entscheidet, ragt aus einer geschlossen starken Sieben noch Torhüter Jan-Steffen Redwitz heraus.

 TVG ist deutlich überlegen

„Ich denke der Sieg geht vollkommen in Ordnung“, gab sich Gästetrainer Jaron Siewert als fairer Verlierer. „Großwallstadt war klar die bessere Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit. Da hat der TVG das gespielt, was ihn in den letzten beiden Heimspielen schon ausgezeichnet hat: schnelles Spiel mit leichten Toren und gute Abwehr mit gutem Torhüter. Dieser Hypothek sind wir dann hinterhergelaufen.“

Tatsächlich war der Rückstand des Branchenführers zum Pausenpfiff bereits auf acht Tore Unterschied angewachsen. Wobei sich die begeisterten heimischen Fans eigentlich schon von Beginn an die Augen verwundert rieben. Nicht einmal lag der Gast in Führung. Dies war vor allem ein Verdienst von Schlussmann Jan-Steffen Redwitz, der schon in den ersten 30 Minuten mehr als ein Dutzend Würfe abgewehrt hatte. Aber auch seine Vorderleute glänzten, vorne wie hinten. Im Angriff war es zunächst vor allem Marcel Engels, der mächtig aufdrehte und nach fünf Minuten dreimal getroffen hatte. Gepaart mit der Spielfreude eines Michael Spatz musste deshalb der TUSEM stets einem Rückstand hinterherlaufen.

Blieb Essen in den ersten zehn Minuten mit temporeichem Spiel zumindest noch auf Schlagdistanz, zog der TVG in der Folge von 7:6 auf 14:7 davon. TVG-Trainer Florian Bauer konnte vollauf zufrieden sein: „Wir haben eigentlich eine perfekte erste Halbzeit gespielt. Das war einfach Wahnsinn!“ Unter dem stehenden Applaus der Zuschauer gingen seine Schützlinge schließlich mit einem 20:12 in die Halbzeit.

Essen gelingt keine Wende

Bemerkenswert diesmal, dass der TVG selbst kleine Schwächephasen überstand. So noch kurz vor der Pause, als der TUSEM durch drei Tore in Serie Boden gutmachte, Jan Winkler allerdings mit zwei Gegentreffern für Großwallstadt die richtige Antwort gab. Noch allerdings waren 30 Minuten zu absolvieren, und Essen ließ durchaus durchblicken, keinesfalls nur als reiner Gratulant angereist zu sein.

„Uns war klar, dass es in der zweiten Halbzeit nicht so weitergehen konnte“, räumte Heimtrainer Florian Bauer ein, „aber jeder hat sich heute für den Sieg zerrissen – da gehören eindeutig auch die Zuschauer dazu.“ Die sahen nun ein Kräftemessen, in dem Essen das Tempo und die eigene Leistung forcierte. Aber nahezu jedes Gegentor beantwortete der TVG umgehend mit einem eigenen Treffer. Weil zudem Mario Stark in vielen Fällen von Durchbrüchen nur mit regelwidrigen Mitteln abzuhalten war, entschieden die zwei Unparteiischen immer wieder auf Siebenmeter, die Michael Spatz allesamt nervenstark verwandelte.

Alles in allem ließ Essen nichts unversucht, probierte alles, um heranzukommen, am Ende lief dem Gast dann aber auch mehr und mehr die Zeit weg. Auch wenn der Halbzeitvorsprung sichtlich schrumpfte, siegte der TVG. Der Erfolg, der ihn in der Tabelle um zwei Plätze nach oben befördert, sollte auch neues Selbstvertrauen geben für die beiden anstehenden Auswärtsaufgaben in Lübeck und dann in Dresden.

TV Großwallstadt – TUSEM Essen 36:33 (20:12)

TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 13/6, Engels 5, Blank, Erifopoulos, Schnellbacher, Urban 2, Corak 3, Stark 5, T. Spieß 1, Keck, Winkler 4, L. Spieß 1, Göpfert 2.

TUSEM Essen: Bliss, Borchert; Beyer 8/7, Ellwanger 4, Witzke 8, Akakpo, Szczesny 2, Ridder, Müller 4, Firnhaber, Seidel, Klingler 3, Skroblien 3, Ingenpass, Zechel 1.

Zuschauer: 1310 in der Untermainhalle in Elsenfeld. – Schiedsrichter: Kolb/Kauth. – Siebenmeter: 6/6:7/7. – Zeitstrafen: 18:08 Minuten (Urban, Corak je zweimal, Engels, Stark, T. Spieß, Winkler, L. Spieß – Ellwanger zweimal, Beyer, Firnhaber).

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