Foto: Andreas Müller (Main-Echo)

Was in dieser Liga alles möglich ist, bekamen 1742 Zuschauer am Samstagabend in der Untermainhalle in Elsenfeld noch einmal zu sehen. Obwohl den gastgebenden TV Großwallstadt von seinem Gegner HSV Hamburg vor der Partie sechs Plätze in der Tabelle voneinander getrennt hatten, setzte sich der Hausherr relativ mühelos mit 31:25 (15:10) durch. Wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Konstellationen ausgesprochen eng sind, und der HSV zu Beginn der Partie lediglich drei Punkte mehr als Großwallstadt eingesammelt hatte. Durch den Erfolg klettert der TVG von Rang 19 hoch auf Rang 16.

Großwallstadt dominiert Spiel

Hamburgs Trainer Torsten Jansen gab sich als fairer Verlierer und sprach von einem verdienten Sieg des TVG. Der Coach, der nach einer in Sachen Planung eher turbulenten Woche direkt nach Elsenfeld reiste, sah nur in der Anfangsphase zwei Führungen seiner Schützlinge. 2:1 und 3:2 führten die Hanseaten, ehe Großwallstadt vor ganz überwiegend begeistert mitgehenden Anhängern das Zepter übernahm und bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgab. Bauen konnte der TVG in einer sehr überzeugenden ersten Halbzeit vor allem auf eine ausgesprochen aufmerksame Abwehr und einen einmal mehr in Topform befindlichen Jan-Steffen Redwitz. Ihn wählten die Fans nach Spielschluss auch zu ihrem Spieler des gestrigen Abends.

Doch wäre es falsch, den Erfolgsgaranten alleine bei ihm zu suchen. Marcel Engels etwa brillierte mit Spielübersicht und einigen Toren, während Mario Stark einmal mehr unermüdlicher Antreiber war, und Michael Spatz unter Beweis stellte, sich an der Spitze der Torjägerliste offensichtlich sehr wohl zu fühlen.

Hamburg konnte nur bedingt Schritt halten und sah sich nach zwölf Minuten, als Marcel Engels auf 8:4 aufstockte, erstmals einem deutlichen Rückstand ausgesetzt. Dieser sollte über die Stationen 10:5, 12:6 und 14:7 weiter ansteigen. „Wir haben das abgerufen, was wir uns vorgestellt hatten“, freute sich TVG-Trainer Florian Bauer, „ein temporeiches Spiel mit zumindest in der ersten Halbzeit sehr guter Abwehr.“

TVG zieht die Bescherung vor

Der TVG überstand auch kurz nach Wiederanpfiff eine kritische Phase. Das Schiedsrichtergespann aus Köln hatte binnen nur 24 Sekunden mit Mario Stark und Lars Spieß gleich zwei Großwallstädter mit Hinausstellungen bedacht. Großwallstadt gelang allerdings selbst in diesen zwei Minuten ein Tor durch Marcel Engels, der immer wieder zu kraftvollen Würfen aus dem Rückraum emporschnellte. „Wir haben nach den ersten zehn Minuten überhaupt ein einseitiges Spiel gesehen“, bekannte Gästetrainer Torsten Jansen, „wir haben viel probiert, aber nichts hat so wirklich richtig gefruchtet.“ Dazu zählten auch wechselnde Deckungsformationen, die den TVG allerdings nicht wirklich in Bedrängnis bringen konnten.

Großwallstadt hielt seinen Gast stets auf einem beruhigenden Abstand. „Es war ein Spiel, in dem alles für uns gepasst hat“, meinte Trainer Florian Bauer. Hierzu zählt wohl auch, dass er in der Endphase seine Bank ins Getümmel werfen konnte: Torwart Artūrs Kuģis parierte zwei Siebenmeter, Christos Erifopoulos steuerte noch zwei Treffer bei und auch Antonio Schnellbacher kam noch zu einem Tor.

Zwei Auswärtsspiele stehen an

Mit einem das Selbstvertrauen steigernden 31:25-Heimsieg gegen Hamburg im Rücken erwarten den TVG vor der WM-Pause allerdings noch zwei Härteprüfungen. Zwei Tage vor und nach Heilig Abend tritt er nämlich bei den zu den Spitzenteams der Liga zählenden Balingen-Weilstetten und Ferndorf an.

TV Großwallstadt – HSV Hamburg 31:25 (15:10)
TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 10/4, Engels 5, Eisenträger 1, Blank 1, Erifopoulos 2, Schnellbacher 1, Urban, Corak 1, Stark 4, T. Spieß 1, Keck, Winkler 1, L. Spieß 2, Göpfert 2.
HSV Hamburg: Kokoszka, Edvardsson; Fick 1, Lackovic, Tissier 4, Weller 3/2, Ossenkopp 2/1, Fuchs 3, Forstbauer, Rix 1, Wullenweber 1, Bergemann 3, Kleineidam 5, Herbst 2.
Zuschauer: 1742 in der Untermainhalle in Elsenfeld. – Schiedsrichter: Rohmer/Daubner. – Siebenmeter: 4/4:5/3 (Weller und Ossenkopp vergaben). – Zeitstrafen: 6:4 Minuten (Corak, Stark, L. Spieß – Lackovic, Fuchs).

Teilen auf