Man könnte so etwas wie ein Halbfinale in der Begegnung sehen, die Großwallstadt am Gründonnerstag in eigener Halle bestreiten wird. Vor dem Duell mit Bad Blankenburg, um 20 Uhr in der Untermainhalle in Elsenfeld, fehlen dem TVG nämlich nur noch vier Punkte, um auch die allerletzten rechnerischen Zweifel an einer Meisterschaft und dem damit einhergehenden Aufstieg in die zweite Liga zu zerstreuen.

Die Spieler um Mannschaftskapitän Florian Eisenträger sind fest entschlossen, diese Punkte bereits bis zum Sonntag nächster Woche einzufahren, wenn zunächst der abstiegsgefährdete HSV Bad Blankenburg und dann, am 8. April, der direkte Verfolger, HC Erlangen II, hier am Untermain angetreten sein werden.

„Beißen, treten und kratzen“

Noch vor dem Gipfeltreffen mit der mittelfränkischen Bundesligareserve wartet auf Großwallstadt ebenfalls eine knifflige Aufgabe. Diese umschreibt Heimtrainer Manfred Hofmann in eher eigentümlicher Manier. Auf beißen, treten und kratzen, so sagt er schelmisch grinsend, müsse man sich wohl einstellen. So exzellent Manfred Hofmann als Torwart war, so erfolgreich er als Trainer ist, einen große Phrasen dreschenden Werbemann muss man ihm zumindest auf den ersten Blick wohl nicht sehen. Er ist eben auch eher der bescheidene, angenehme Menschenschlag, der zum Ausdruck bringen will, dass in dieser Partie für beide Mannschaften einiges auf dem Spiel steht, und Kampfgeist sicherlich Trumpf sein wird.

Auf dem aufsteigendem Ast

Wobei es in gewisser Hinsicht schon für die Spieler aus der Kur- und Lavendelstadt in Thüringen spricht, dass sie überhaupt noch mit Ambitionen im Gepäck die knapp 280 Kilometer aus dem Großraum Erfurt nach Nordbayern reisen werden. Nachdem nämlich Großwallstadt Ende August beim ersten Saisonspiel dem HSV gleich beide Punkte abgenommen hatte, folgten noch acht weitere Partien, von denen der nach Eisenach leistungsstärkste Verein im Freistaat nur den Vergleich mit Groß-Bieberau/Modau zu seinen Gunsten entscheiden konnte. So fand sich der Verein aus der Gemeinde mit rund 6700 Zuschauern am Rand des Thüringer Waldes nach sechs Spieltagen ganz am Ende des Klassements wieder und brauchte geraume Zeit, ehe er dann doch noch einmal neuerliche Hoffnung in Sachen Ligaerhalt schöpfen durfte.

Seit Ende Oktober letzten Jahres setzt der Verein in Igor Ardan auf einen Nachfolger für Jörn Schläger auf der Trainerbank, und ganz allmählich hat der HSV die sportliche Kinderstube verlassen und wird – wie es zu der Stadt, in der der moderne Kindergarten maßgeblich geformt wurde, passt – flügge. Nur zwei Spiele mit doppeltem Punktverlust unter den letzten sieben Paarungen und jüngst 9:5-Zähler belegen den Aufwärtstrend deutlich, der den HSV mittlerweile sogar die Abstiegsränge hat hinter sich lassen. Wobei eingeräumt werden muss, dass es am Tabellenende fünf Spieltage vor Rundenschluss ausgesprochen eng zugeht: Mit Bad Blankenburg, Gelnhausen, Bad Neustadt und Coburg II kommen die bisher schlechtesten vier Teams der Liga momentan allesamt auf 18 Pluspunkte, wobei eben Bad Blankenburg derzeit gegenüber der Konkurrenz noch um eine Partie – eben jener gegen Großwallstadt – im Rückstand liegt.

18 Partien ohne Niederlage

„Es ist ein ganz undankbarer Tabellenplatz, den Bad Blankenburg derzeit inne hat“, gibt Trainer Manfred Hofmann zu Protokoll, wenngleich der HSV momentan aus dem Quartett das einzige Team stellt, das auch im kommenden Jahr noch in der dritten Liga vertreten wäre. Das ursprüngliche Saisonziel eines einstelligen Tabellenplatzes wurde aufgrund einiger Verletzungssorgen ohnehin schon ziemlich frühzeitig revidiert. Es handelt sich also bei Bad Blankenburg um eine Mannschaft, die unzweifelhaft jeden Punkt gut gebrauchen kann. Dennoch wird der Gastgeber auch in dieser Paarung nichts unversucht lassen, einen zehnten Heimsieg in unmittelbarer Folge zu feiern. „Fighten bis zum Anschlag“, gibt Manfred Hofmann als Maxime aus und setzt dabei auch wieder auf die Unterstützung des lautstarken und hoffentlich zahlreichen Anhangs, der zuletzt den TVG beim Gastspiel in Magdeburg großartig unterstütz hat. Gemeinsam will man dafür sorgen, dass Großwallstadt auch nach 19 Spielen weiter ungeschlagen ist.

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