Es gibt eine ganze Reihe an Gründen, sich auf das Kräftemessen zwischen dem TV Großwallstadt und dem TUSEM Essen, an diesem Sonntag um 17 Uhr in der Untermainhalle in Elsenfeld, zu freuen. TVG und TUSEM, das sind immer noch Namen, die den Handballfan zwischen Flensburg und Milbertshofen begeistert mit der Zunge schnalzen lassen, die von viel Sporttradition und zahlreichen Erfolgen künden.

Beide Vereine mussten allerdings auch schon die bittere Seite des Handballs kennenlernen und hatten in den letzten Jahren finanziell und sportlich mitunter herausfordernde Zeiten zu meistern. Nun sind aber beide zumindest in der zweiten Liga präsent und haben sich im ersten Drittel eigentlich achtbar verkauft.

Essen bisher sehr überzeugend

Die Sieben von der Margarethenhöhe glänzt mit dem besten Angriff der Liga und steht punktgleich mit dem Spitzenreiter Coburg momentan auf Platz zwei der Tabelle. „Eine hungrige Mannschaft, die maximalen Erfolg will“, hatte sich TUSEM-Trainer Jaron Siewert vor der Spielzeit gewünscht und diese wohl auch bekommen. Sicherlich ein Plus der Essener ist, dass sie auf eine recht eingespielte Besetzung bauen können. Mit David Cyrill (Berlin II), Lucas Firnhaber (Kiel) und Felix Klinger (Konstanz) sowie den eigenen Talenten Julian Borchert und Niklas Ingenpaß stießen nur eine Handvoll Spieler neu hinzu.

Nach 14 von 38 Saisonspielen liegt die Sieben aus Nordrhein-Westfalen gut im Rennen und scheint das eigene Saisonziel eines Platzes im oberen Tabellenmittelfeld mühelos erfüllen zu können. Dazu tragen bereits jetzt einige achtbare Erfolge bei, wie Auswärtssiege in Lübbecke und Coburg oder, jüngst, ein Heimerfolg gegen Lübeck/Schwartau. Überhaupt hat der TUSEM in seinen letzten fünf Spielen ohne Ausnahme gepunktet und wird mit entsprechendem Selbstvertrauen im Gepäck nach Elsenfeld anreisen.

Dort wird die Sieben um ihren erst 24-Jährigen Trainer wohl auf aus dieser Saison bekannte, aber mitunter nur schwer in den Griff zu bekommenden Stärken operieren wollen. Dazu zählt ein dynamischer und zielgerichteter Angriff, der vor allem von der linken Seite maßgeblich getragen wird. Das dort beheimatete Quintett bestehend aus Tom Skroblien, Dennis Szczesny, Jonas Ellwanger, Luca Witzke und Nah Beyer hat in dieser Runde bereits 270-mal getroffen und damit fast zwei Drittel aller Tore geworfen.

Großwallstadt setzt auf Fans

Dem TUSEM Essen, der es auch klaglos wegsteckte, die ersten vier Heimspiele wegen Umbauarbeiten in der Essener Sporthalle Am Hallo in Mülheim an der Ruhr austragen zu müssen, ist derzeit also nur schwer beizukommen. Zumal Essen mit 10:2-Zählern noch vor Coburg das beste Auswärtsteam stellt.

Dennoch muss und wird sich der TV Großwallstadt aber vor den am Sonntag anstehenden 60 Minuten nicht verstecken. Im Verbund mit seinen treuen Fans ist er gerade in eigener Halle eine Macht, weist eine positive Punktebilanz in Elsenfeld auf und hat auch schon gegen Spitzenmannschaften wie Nordhorn-Lingen oder N-Lübbecke bewiesen, dass die Trauben am Untermain sportlich wieder recht hoch hängen.

Die Mannschaft hat sich alles in allem in dieser Saison bislang recht ordentlich verkauft und ist im Rennen um einen weiteren Fortbestand der Klassenzugehörigkeit noch sehr aussichtsreich im Rennen. Schließlich darf auch nicht vergessen werden, dass mit Dino Corak eine in dieser Saison echte Waffe bereits in Hagen wieder im Kader war und ein Comeback von Kapitän Florian Eisenträger bevor steht.

Auch auf den während der Runde verpflichteten Tomáš Urban hält man auf der Kommandobrücke große Stücke. Erst in dieser Woche hat TVG-Trainer Florian Bauer der „Süddeutschen Zeitung“ über die Qualitäten des slowakischen Nationalspielers vorgeschwärmt. Im Lager des TVG ist man überzeugt davon, dass er nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ, das Niveau noch einmal merklich anhebt.

Eine gute Form und gute Leistungen werden die Spieler um den bisher besten Torschützen der Liga, Michael Spatz, in den kommenden Wochen auch gut gebrauchen können. Der Vergleich mit Essen läutet nämlich einen heißen Jahresabschluss ganz allmählich ein, auf dessen Endspurt in den kommenden Wochen noch namhafte Widersacher wie Lübeck/Schwartau, Hamburg oder Balingen-Weilstetten warten.

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