Der Vorsprung des TV Großwallstadt auf das übrige Teilnehmerfeld der dritten Liga Ost ist vor der Begegnung am Samstagabend, um 19 Uhr, in der Heinrich-Beck-Sporthalle in Hirschberg, ziemlich üppig. Sieben Punkte hat der Tabellenführer vom Untermain bislang in dieser Runde in 22 Spielen erst abgegeben und steht damit weit besser da als die Verfolger Erlangen II mit 15 und Leutershausen mit 19.

Womöglich ist es allmählich tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der TVG als Staffelsieger und Aufsteiger feststeht. Letztmals werden in diesem Jahr noch alle vier Gruppenersten aufsteigen, ehe dann ab der nächsten Runde aus dem Quartett stets ein aufstiegsberechtigtes Trio ausgespielt werden wird. Dabei zeichnet sich aktuell übrigens nicht nur der TVG als Primus ab. Im Westen hat Ferndorf noch gar keinen einzigen Zähler verloren, und auch im Norden steht Hamburg mit Abstand vor der Konkurrenz. Alleine im Süden streiten neben Spitzenreiter Kornwestheim noch drei andere Teams um den ersten Platz.

Ein fliegender Wechsel

Aber zurück zum Osten, wenngleich eingefleischte Geographen sich sicherlich mit einer solchen Einordnung sowohl für Leutershausen – das gemeinsam seit 1975 mit Drittligarivale Großsachsen die Gemeinde Hirschberg bildet – als auch Großwallstadt schwer täten. Gerade die Nordbadener hatte nach ihrer unglücklichen Rückkehr aus der zweiten Bundesliga der neue Zuschnitt der darunter befindlichen Spielklasse vor der Saison überhaupt nicht zugesagt und man trauert im dortigen Kommandostand der Zugehörigkeit zum Süden nach wie vor nach. Denkt man an die Führungsriege der SG Leutershausen fallen einem viele altbekannte Namen wie die von Trainer Marc Nagel oder Manager Uli Roth ins Auge. Sie selbst waren vor etlichen Jahren an sehr erfolgreichen Tagen des Gegners recht maßgeblich beteiligt.

Wobei die Handballer aus dem Ortsteil von Hirschberg an der Bergstraße, keinesfalls nur jenseits des Feldes mit sportlicher Kompetenz zu glänzen wissen. Leutershausen hat zwar vor der Runde einen Neuanstrich erhalten und neun abgewanderte Akteure gegen vier Neuzugänge und vier Talente ausgetauscht, sich aber unter dem mittlerweile als Gymnasiallehrer arbeitenden Marc Nagel rasch gefunden. Die ersten vier Partien hat die SGL, für die Manager Uli Roth einen Platz im vorderen Tabellendrittel als realistische Saisonprognose angesehen hatte, für sich entschieden, ehe zwei Siege und zwei Niederlagen folgten. Noch als Tabellenführer fuhren die Sportler aus dem Rhein-Neckar-Kreis im Oktober letzten Jahres nach Elsenfeld, mussten nach ihrer 22:26-Niederlage aber nur wenige Tage später die Spitzenstellung an Großwallstadt abtreten, das seitdem den ersten Ligaplatz für sich in Beschlag hält.

Rückkehr nach Jahren

Eine besondere Partie wird das zweite Aufeinandertreffen beider Vereine in dieser Spielzeit aber sicherlich nicht nur aus diesem Grund für Großwallstadt werden. Beide Seiten kennen und schätzen sich seit Jahrzehnten, haben sogar schon auf dem Großfeld gegeneinander um Punkte gerungen und viele absolut denkwürdige Spiele über die Jahre hinweg absolviert. Der Hausherr ist schließlich ab 1966 vier Jahrzehnte ununterbrochen in der höchsten oder zweithöchsten Spielklasse Deutschlands aufgelaufen.

Einen Teil davon hat auch einer miterlebt, den der TVG für einen Abend zurück an seine alte Wirkungsstätte bringen wird. Großwallstadts Rechtsaußen Michael Spatz, mit 206/92 Toren momentan bester Torschütze der gesamten dritten Liga mit ihren 64 Teams, hat nämlich einst in Leutershausen einen Großteil seines Könnens erlernte, insgesamt sieben Jahre das Trikot der Sieben aus Nordbaden getragen und ist zwei Runden lang mit der SGL sogar in der zweiten Bundesliga aufgelaufen. Am Samstag wird er einer zuletzt ziemlich verletzungsgebeutelten SGL beweisen wollen, wie wirkungsvoll seine Ausbildung tatsächlich war und mit seiner Großwallstädter Sieben ein 16. ungeschlagenes Spiel in Folge anstreben.

 

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