TVG schlägt Bad Blankenburg

Der TV Großwallstadt träumt nach dem 22:19 Heimspielsieg vor einer großen Kulisse mit 1300 stets engagierten Zuschauern  von der zweiten Liga. Bereits am Wochenende nach Ostern kann der Traum Wirklichkeit werden. Sollte der Tabellenerste nämlich am Sonntag, 8. April, um 17 Uhr in Elsenfeld  gegen den Verfolger aus Erlangen punkten, wären für Großwallstadt Meisterschaft und Aufstieg frühzeitig unter Dach und Fach.

Vielversprechender Beginn

Dem voraus gegangen war ein Sieg, den TVG-Trainer Manfred Hofmann nach den 60 Minuten in Elsenfeld als eine schwere Geburt bezeichnet. Dabei sah es in der Anfangsphase fast eher schon nach einem vorösterlichen Spaziergang des Hausherrn aus. Vor allem im Angriff agierten die Gäste aus Thüringen zunächst nämlich ziemlich glücklos, woran freilich auch TVG-Schlussmann Artūrs Kuģis seinen Anteil hatte. Nach drei Siebenmetertoren von Michael Spatz erhöhte der Hausherr durch Florian Eisenträger bereits auf 4:0 und baute nach dem ersten Gegentor seine Vorreiterrolle bis auf 8:1 weiter aus.

„Wir haben die ersten zehn Minuten eindeutig verschlafen“, bekannte HSV-Trainer Igor Ardan, „uns dann aber zurückgekämpft und nach und nach eine bessere Leistung gezeigt.“ Des einen Freud war auch diesmal wieder des anderen Leid, und so bilanziert Manfred Hofmann die Aufholjagd des Gastes bis auf 10:9 naturgemäß weitaus kritischer: „Wir haben den Faden verloren, uns von der gegnerischen Abwehr, die nicht zimperlich war, beeindrucken lassen und nicht mehr effektiv genug abgeschlossen.“ Dennoch ging der Hausherr vor knapp 1300 Zuschauern mit einer Halbzeitführung zurück in den Kabinentrakt.

HSV übernimmt Führung

Den Vorsprung sollte Großwallstadt allerdings nach Wiederanpfiff recht rasch aus der Hand geben, und der Kontrahent zog, sehr zur Freude seiner mitgereisten und nun entsprechend lautstarken Anhänger, mit 12:13 und 13:14 in Führung. Beim Hausherrn trafen zwar die Außenspieler Michael Spatz und Florian Eisenträger – beide übrigens je achtmal – der Rückraum vermochte allerdings nicht die gewünschten Akzente zu setzen, und auch die Kreisläufer Dino Corak, Jan Blank oder Tom Spieß waren bei der gegnerischen Abwehrreihe in recht sicher zupackenden Händen. „Wenn du Tabellenführer bist, will eben jeder auch gegen dich gewinnen, und du hast immer den Druck des Gewinnenmüssens“, zeigte Manfred Hofmann ein stückweit Verständnis für seine Schützlinge, die von den eigenen Fans längst wieder nach vorne gepeitscht wurden und sich abermals in die Vorlage brachten. Dennoch blieb die Partie spannend,

Erst eingangs der letzten zehn Minuten, als Großwallstadt von 18:18 auf 20:18 aufstockte, begann sich die Waagschale ganz allmählich endgültig zugunsten des Tabellenführers zu neigen. „Wir haben dann wohl etwas Angst vor der eigenen Courage bekommen“, meinte der Gästetrainer, „zwei, drei individuelle Fehler gemacht und die besten Werfer des Gegners werfen lassen.“ Letztlich siegte der TVG dann 22:19.

Ein Spiel um den Aufstieg

Großwallstadt bietet sich durch das 19. Spiel in unmittelbarer Folge ohne Niederlage eine beinahe schon als historisch zu bezeichnende Situation. Nach fast fünf Jahrzehnten könnte nämlich am 8. April eine erste Männermannschaft des TVG wieder aufsteigen. Zuletzt war Großwallstadt im März 1969 in die damals noch zweigeteilte Handballbundesliga aufgestiegen. Schon damals war die Euphorie groß, und auch diesmal hofft man im Lager des TVG auf eine abermalige Woge der Begeisterung, die den Verein endgültig in das Unterhaus der Bundesliga trägt. Eine ausverkaufte Spielstätte ist dabei das erklärte Ziel.

TV Großwallstadt – HSV Bad Blankenburg 22:19 (12:10)

TV Großwallstadt: Podsendek, Kuģis; Spatz 8/5, Geck 1, Franke, Eisenträger 8, Blank 1, Raab 1, Corak, Stark 2, T. Spieß, Winkler, L. Spieß 1.

HSV Bad Blankenburg: Rein, Brand; Iffert, Bogatzki 1, Grohmann, Hempel, Zeman 2, Brykner 5, Sadewasser, Kiss 4/2, A. Werner 3, Geci, Lielais 2, M. Werner 2/1.

Zuschauer: 1299 in der Untermainhalle in Elsenfeld. – Schiedsrichter: Kraaz/Lay. – Siebenmeter: 5/5:5/3 (Grohmann und M. Werner scheiterten). – Zeitstrafen: 4:4 Minuten (Blank, Stark – Sadewasser, Geci).

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