Alles andere als eine besinnliche und friedvolle Zeit

Die Herbstmeisterschaft, also die Tabellenführung nach der Hälfte der insgesamt 30 Paarungen, war dem TV Großwallstadt schon vor seinem 28:26 (16:14)-Heimsieg gegen die HSG Hanau sicher. Nun steht allerdings fest, dass der TVG seine Ende Oktober erlangte Spitzenstellung auch über den Jahreswechsel hinaus innehaben wird und somit also alles in allem sehr zufrieden mit der Hinrunde 2017/18 sein kann.

Schwächungen für den Gast

Zum Abschluss der Hinserie wartete allerdings vor knapp 1500 Zuschauern mit Derbygegner HSG Hanau noch einmal ein echter Härtetest auf die Hofmann-Schützlinge. Vor allem in eigener Halle sind die Hessen nämlich eine Macht und hatten sich in den letzten Wochen bis auf Rang drei der Liga geschoben.

Mit dem Blauen Block – ihrer großen Anhängerschaft im Rücken – hätten sie sicherlich auch in Elsenfeld gerne für Heimspielatmosphäre gesorgt, hätte der TVG nicht ebenfalls fantastische Fans. „Wir wollen uns bei allen Zuschauern bedanken“, meinte denn auch Großwallstadts Spielführer Florian Eisenträger im Namen seiner ganzen Mannschaft nach dem Spiel. Wobei das Duell beider Teams von Beginn an alle Zuschauer in seinen Bann zog. Was Gästetrainer Patrick Beer als „vom Kampf geprägt“ bezeichnet, bedeutete wenig anderes, als dass vorweihnachtlicher Friede für 60 Minuten beiseitegelegt wurde,  und beide Mannschaften mitunter verbittert um jeden Zentimeter kämpften. Zu spüren bekam dies auch Gästerückraumspieler Max Bergold, der bereits nach zehn Minuten nach einer Abwehraktion unglücklich landete und danach das Spiel nur noch von der Bank aus verfolgen konnte. Überhaupt gingen dem kleinen Kader der HSG zunehmend die Optionen aus: Lucas Lorenz fehlte ohnehin, Max Bergold sowie Jan-Eric Ritter fielen nun aus und zudem sah Schlüsselspieler Marc Strohl Ende der ersten Halbzeit die rote Karte. Der TVG konnte dies zwar nutzen, um die Führungsrolle zu übernehmen, Hanau blieb aber hartnäckig.

TVG hat längeren Atem

Auch nach dem 16:14-Halbzeitstand sollte das Kräftemessen ausgeglichen bleiben. Trotz eher frostiger Temperaturen außerhalb der Halle wurden weiterhin keine Glaceehandschuhe getragen, es ging auf dem Feld vielmehr heißblütig zu. Hilfreich für den TVG, dass auf Gästeseite Sebastian Schermuly im Tor nicht so überragend wie noch vor Wochenfrist oder im letzten Aufeinandertreffen beider Teams im März war, und dafür der eigene Torwart Artūrs Kuģis sich immer wieder auszuzeichnen verstand. Etwa eingangs der Halbzeit, als er binnen drei Minuten gleich zwei Siebenmeter des bis dahin exzellent spielenden Philipp Reuter parierte. Kombiniert mit der Torgefährlichkeit von Michael Spatz wahrte der Hausherr nun die Oberhand, und setzte sich nach einem Schlagwurf von Lars Spieß fünf Minuten vor Spielschluss abermals auf drei Tore Unterschied ab. Letztlich gewann der gastgebende Tabellenführer dann mit 28:26. „Wir waren insgesamt die etwas bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen“, freute sich TVG-Trainer Manfred Hofmann über einen neunten Sieg seiner Schützlinge in direkter Serie.

Eine lange Pause kommt

Während der TVG erst wieder in über einem Monat, am 20. Januar in Bernburg, antreten wird, warb Gästetrainer Patrick Beer Heimanhänger an. „Ich glaube“, so sagte er, „wir haben nächstes Wochenende viele Großwallstädter Fans – wir spielen nämlich gegen Leutershausen.“ Der Respekt vor den insgesamt höchst beachtlichen letzten Monaten der HSG Hanau dürfte sogar über Mitte Dezember hinausreichen.

TV Großwallstadt – HSG Hanau 28:26 (16:14)

TV Großwallstadt: Podsendek, Kuģis; Spatz 12/5, Geck, Eisenträger 4/1, Blank 1, Raab, Schnellbacher 4, Corak 3, Stark 1, T. Spieß 2, L. Spieß 1, Göpfert.

HSG Hanau: Adanir, Schermuly; Ritter 2, Schaeffter, Strohl 1, Bergold, Brüggemann 2, Pillmann 3, Best 1, Reuter 6/3, Geist 4, Neumann 3/2, Christoffel 2, Pareigis 2.

Zuschauer: 1478 in der Untermainhalle in Elsenfeld. – Schiedsrichter: Franz/Wießmeyer. – Siebenmeter: 6/6:7/5 (Reuter scheiterte zweimal). – Zeitstrafen: 4:12 Minuten (Spatz, L. Spieß – Pillmann zweimal, Strohl, Geist, Neumann, Pareigis). – Rote Karte: Disqualifikation gegen Strohl (HSG, 27.) nach einem Foulspiel.

Teilen auf