Foto: Andreas Müller (Main-Echo)

TVG auf verlorenem Posten
Balingen-Weilstetten stürmt an die Spitze

Weihnachten hat dieses Jahr am Rand der Schwäbischen Alb bereits zwei Tage früher begonnen. Vor allem dank einer furiosen ersten Halbzeit feierte der gastgebende HBW Balingen-Weilstetten am Samstag in der Sparkassen-Arena in Balingen einen vollkommen ungefährdeten 30:19 (15:5)-Erfolg gegen den TV Großwallstadt und torpedierte sich zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze. Großwallstadt war im Großen und Ganzen ohne jegliche Chance, schließt die Vorrunde aber dennoch recht zufriedenstellend ab.

Sollte Dessau-Roßlau heute nicht verhindern können, dass Coburg nach Punkten wieder mit dem HBW gleichzieht und sich die Spitzenstellung zurückerobert, wird der TVG die Hinrunde auf Rang 17 beenden. Mit 13:25-Punkten liegt er nur zwei Punkte hinter den angepeilten 15 Zählern und gerade noch im Soll.

Rasch klare Verhältnisse

In Balingen dauerte es vor mit 2350 Zuschauern ausverkaufter Halle nur wenige Minuten, ehe der Gast bereits aus dem Rennen zu sein schien. Schon nach 7:21 Minuten beantragte TVG-Trainer Florian Bauer eine erste Auszeit. In der Abwehr gelang es der offensiv ausgerichteten Deckung nicht, den Sturmlauf des HBW zu bremsen, und im Angriff schien der gegnerische Abwehrwall kaum zu überwinden. Das Resultat daraus war ein deutlicher 5:1-Zwischenstand zugunsten des Hausherrn, der es sich sogar erlauben konnte, seinen angeschlagenen, für die WM nominierten deutschen Nationalspieler Martin Strobel zu schonen.

„Wir haben uns nicht an Vorgaben gehalten“, klagte Bauer, „und dann ist alles über uns hereingebrochen. Wir hatten in der ersten Halbzeit acht Fehlwürfe und zehn technische Fehler, damit gewinnt man nicht.“ Der Hausherr hingegen trat ungemein stark auf, hielt das Tempo hoch, strahlte von allen Positionen Torgefahr aus und hatte mit Tomáš Mrkva einen aufmerksamen Schlussmann. Wenn auch 15 Gegentore noch halbwegs im Rahmen waren, sind fünf selbst erzielte Treffer in 30 Minuten viel zu wenig, um in einem Spiel bestehen zu können. Daran konnten auch die diesmal in der Ersten Sieben stehenden Artūrs Kuğis und Florian Eisenträger nichts ändern. Überhaupt blieben diesmal einige der Leistungsträger blass.

Ausgewogenere Halbzeit

Erst nach dem Seitenwechsel kam Großwallstadt etwas mehr zur Geltung. Was freilich auch daran lag, dass zum einen am Sieger keine großen Zweifel mehr bestanden, und der HBW längst dazu übergegangen war, seiner zweiten Garde Spielpraxis einzuräumen. Bei Großwallstadt war es derweil die rechte Seite, die zumindest einige Pluspunkte noch für sich ergattern konnte. Tomáš Urban erzielte immerhin sieben Treffer, und auch Antonio Schnellbacher wusste seinen ersten längeren Einsatz seit einiger Zeit zu nutzen, um etwas Werbung in eigener Sache zu betreiben. Am Spielverlauf änderte nun auch wenig mehr, dass Lars Spieß, der nach 17 Minuten bereits eine zweite Zeitstrafe erhielt, das Spiel früher als eigentlich geplant beenden musste und nach 50 Minuten infolge seiner dritten Hinausstellung die Rote Karte sah.

„Die erste Halbzeit war super“, freute sich Heimtrainer Jens Bürkle, „danach wechseln wir natürlich viel durch und dann ist auch ein bisschen ein Bruch reingekommen.“ Trotzdem gewann der HBW mit 30:19.

Mittwoch in Ferndorf

Lange Zeit zum Wundenlecken hat der TVG nicht. Er muss hoffen, dass Mario Stark bis Mittwoch seine Bänderdehnung überwunden hat und die Begegnung gegen Ferndorf dann erfolgreicher verlaufen wird.

HBW Balingen-Weilstetten – TV Großwallstadt 30:19 (15:5)
HBW Balingen-Weilstetten: Baumeister, Mrkva; Niemeyer, Kirveliavičius 3, Flohr 3, Hausmann 2, Thomann 3, Friedrich 1, Nothdurft 2, Grétarsson 5/2, Strobel, Diebel 1, Schoch 4, Saueressig 5, Strosack 1.
TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 1, Engels 1, Eisenträger, Blank, Erifopoulos, Schnellbacher 3, Urban 7/2, Corak 3, Stark, T. Spieß 2, Keck 1, Winkler, L. Spieß 1/1, Göpfert.
Zuschauer: 2350 in der Sparkassen-Arena in Balingen (ausverkauft). – Schiedsrichter: Briese/von der Beeck. – Siebenmeter: 2/2:7/4 (Spatz, Urban und L. Spieß scheiterten). – Zeitstrafen: 10:12 Minuten (Niemeyer zweimal, Hausmann, Diebel, Schoch – L. Spieß dreimal, Stark, T. Spieß, Winkler). – Rote Karte: L. Spieß (TVG, 51.) nach der dritten Zeitstrafe.

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