Coburg II abermals als Startpunkt einer Erfolgsserie?

Tatsächlich gehen beide Mannschaften, sowohl der TV Großwallstadt als auch die zweite Vertretung des HSC Coburg, mit höchst unterschiedlichen Voraussetzungen in die Partie am Sonntag, um 17 Uhr, in der Untermainhalle in Elsenfeld. Dies beginnt schon bei ganz grundsätzlichen Fragen. Während der Zweitligaunterbau des HSC es sich zum Ziel gesetzt hat, der dritthöchsten Spielklasse erhalten zu bleiben und möglichst auch auf Dauer dort vertreten zu sein, würde Großwallstadt nur zu gerne den Rückenwind der letzten ausgesprochen erfolgreichen Wochen nutzen, um als Meister in die zweite Liga aufzusteigen.

Der TVG ist immerhin seit beachtlichen 15 Spielen mittlerweile unbesiegt, musste zuletzt allerdings beim Unentschieden gegen die SG Bruchköbel – dem ersten Punktverlust überhaupt in dieser Serie – dann doch einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Immerhin stimmt optimistisch, dass mit Mannschaftskapitän Florian Eisenträger, Lars Spieß und auch Luis Franke potenzielle Leistungsträger wieder an Bord waren.

Umkämpfter Klassenerhalt

Den Punktgewinn der SGB in eigener Halle wird man nicht nur in Unterfranken, sondern auch in Oberfranken missmutig zur Kenntnis genommen haben. Coburg zählt nämlich nach nur zwei Siegen aus seinen zurückliegenden sieben Spielen, wie auch Bruchköbel, zu einer Fünfergruppe, die sich im letzten Drittel der Saison noch ziemlich akut um den Klassenerhalt sorgen muss. Wobei der jüngste Heimsieg gegen den HSC Bad Neustadt – der punktgleich mit dem Hausherrn einen Punkt vor den Abstiegsrängen in die Partie gegangen war – für neuerlichen Auftrieb gesorgt haben dürfte. Dennoch geht es am Tabellenende in der Konstellation Coburg II (18:26-Punkte), Bad Blankenburg (16:26-Punkte), Bad Neustadt (16:28-Punkte), Bruchköbel(16:28-Punkte) und Gelnhausen (14:30-Punkte) ausgesprochen eng zu. Drei Mannschaften werden nämlich der Liga am Saisonende, Anfang Mai, Lebewohl sagen müssen.

Bayerischer Vorzeigeverein

Coburg hatte sich bereits in der letzten Saison als Aufsteiger in einem Schlussspurt die Ligazugehörigkeit noch einmal verlängert und scheint durchaus chancenreich, dies auch diesmal in den abschließenden acht Partien der Spielzeit noch zu bewerkstelligen. Zumal die Vestestädter das Faustpfand in der Hinterhand haben, Spieler ihrer eigenen ersten Vertretung zum Einsatz bringen zu können. So konnte man jüngst auf Verletzungspech reagieren und fehlende Routiniers und Talente durch drei Akteure aus der eigenen ersten Mannschaft ersetzen. Zu diesem Trio zählte neben Lukas Wucherpfennig und Till Riehn der aus seiner Zeit am bayerischen Untermain noch bestens bekannte Felix Sproß. Letztgenannter scheint sich momentan übrigens bei seinem neuen Verein prächtig zu entwickeln und erzielte am Wochenende mit dem HSC Coburg II gegen den zweiten aus Unterfranken stammenden Verein der Liga gleich sechs Tore.

Normalerweise setzt der HSC, der auswärts bislang recht akzeptable 7:13-Punkte vorzuweisen hat, auf andere Akteure. Dazu zählen, trotz eines Umbruchs im letzten Sommer, in Coburg längst etablierte Routiniers wie Kenny Schramm, Andreas Wolf und Abwehrrecke Nikola Franke, aber auch Tim Titze, Maximilian Drude oder Talent Jakob Knauer. Zudem, ähnlich wie Großwallstadt, mit einer in der Jugend-Bundesliga beheimateten A-Jugend im Hintergrund, wissen also die Schwarz-Gelben ihre Rolle als eine der führenden Adressen in Sachen Handball im gesamten Freistaat Bayern nachdrücklich zu untermauern.

Drei Spiele mit drei Siegen

Alleine in den drei Vergleichen mit dem TVG ging der HSC bislang leer aus und musste sich in der letzten Saison mit 21:33 in eigener Halle und 24:29 auswärts sowie im Hinspiel mit 26:33 geschlagen geben. Jene Partie am 14. Oktober letzten Jahres war übrigens der Ausgangspunkt der langen Serie, die beim TV Großwallstadt bis heute Bestand hat. Nun soll nach der Punkteteilung allerding wieder ein Sieg bejubelt werden können, und dabei setzt der TVG natürlich auch wieder auf seine Anhänger, die zuletzt regelmäßig treu zur Seite standen und auch ihren Anteil an den erfolgreichen letzten Monaten haben. Gemeinsam, so ist man sich sicher, kann und soll die Tabellenführung nun wieder untermauert werden.

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