Der TV Großwallstadt schien sich beim TV Hüttenberg letztlich doch verrechnet zu haben. Zumindest klingt es bei Trainer Florian Bauer nach der 27:33-Niederlage danach: „Egal, was wir heute probiert haben, wir haben es einfach nicht so wie am Mittwoch gepackt, in der Abwehr zu spielen und Zugriff zu bekommen. Wir haben 6:0 gespielt, 4:2 gespielt, 3:3, 3:2:1 – egal, was wir gemacht haben, Hüttenberg hat immer die richtige Antwort gehabt. Da hat es auch wenig genutzt, dass es im Angriff ganz gut lief.“

Dino Corak trifft zehnmal

Dabei war seine Mannschaft durchaus recht zuversichtlich nach Mittelhessen gefahren. Drei Punkte aus den letzten beiden Spielen ließen den Optimismus genauso wachsen wie eine akute Schwächephase des TVH. Einige knappe Niederlagen hatten jüngst vor allem das Nervenkostüm des letztjährigen Erstligisten angegriffen und ihn in der Tabelle bis auf den drittletzten Rang abrutschen lassen. Großwallstadt hingegen konnte eigentlich frei im Sportzentrum Hüttenberg aufspielen, war es doch klarer Außenseiter.

Weiter schürte das Selbstvertrauen der Gäste sicherlich an, dass diesmal Rechtsaußen Michael Spatz zumindest wieder mit im Kader war. Auch wenn ihm aus dem Feld heraus diesmal kein Treffer gelingen sollte, bewies er zumindest vom Siebenmeterstrich aus Nervenstärke und verwandelte alle sechs Siebenmeter. Weiter schien den Unterfranken im Derby in die Karten zu spielen, dass Hüttenberger Mannschaften traditionell für eine sehr offensive Deckungsweise bekannt sind. Ein Umstand, der im Spiel insbesondere Dino Corak zu Gute kam, der abermals mit einer sehr guten Trefferquote glänzte und bei nur einem einzigen Fehlwurf zu sehr bemerkenswerten zehn Treffern vom Kreis kam. Außer ihm waren es allerdings an diesem Abend zu wenige Akteure des TVG, die sich überdurchschnittlich präsentierten.

Erste Halbzeit ausgewogen

Trotzdem begegneten sich beide Seiten zunächst auf Augenhöhe. Angefeuert von einer Vielzahl TVG-Fans, die in ihrem Block mächtig Stimmung verbreiteten, lag der Gast im ersten Viertel der Partie gleich fünfmal in Führung. Trotzdem zeigte sich allerdings immer wieder, über welches Potenzial der Hausherr verfügt. Endlich wieder zurück in seiner angestammten Spielstätte zu sein und nicht wieder in Gießen aufzulaufen, schien ihm ebenfalls einigen Auftrieb zu verleihen. Selbst TVH-Trainer Emir Kurtagic stellte die Halle als Vorteil seiner Sieben heraus, zumal die eigenen Anhänger ganz offensichtlich trotz der mauen Lage in der Tabelle gewillt waren, zusammenzuhalten. Ihr Team konnten sie allerdings in den ersten 30 Minuten noch zu keiner Vorentscheidung pushen, der TVG blieb über 30 Minuten gefährlich.

Erst nach Wiederanpfiff des Schiedsrichtergespanns verschoben sich dann die Kräfteverhältnisse allmählich mehr und mehr zugunsten der Heimmannschaft. Während der TVG im Angriff ganz passabel agierte, wenngleich ihm Treffer aus dem Spiel über die rechte Seite diesmal fehlten, hatte er in der Abwehr seine liebe Not mit den wendigen und schnellen gegnerischen Spielern. Hatte man nun mit einer offensiv stehenden Deckung den Heimrückraum besser im Griff, waren es die Außen die die entstehenden Freiräume nutzten und über die Flügel zu Treffern kamen. Dem TVG konnte man zwar in kämpferischer Hinsicht keine Vorwürfe machen, aber spielerisch musste man die Überlegenheit des TVH anerkennen.

Zwei Heimspiele stehen an

Viel Zeit zum Grübeln bleibt allerdings nicht, bereits in der kommenden Woche stehen zwei weitere Begegnungen in eigener Halle am Mittwoch gegen Nordhorn-Lingen und Samstag gegen N-Lübbecke an.

 

TV Hüttenberg – TV Großwallstadt 33:27 (18:15)

 TV Hüttenberg: Schomburg, Weber; Belter 1/1, Sklenak, Lambrecht 2, Rompf 1, Zörb 3, Fernandes 1, Johannsson 2, Stegefelt 1, Mubenzem 2, Hahn 7/3, Zintel 8/1, Klein 5.

TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 6/6, Engels 3, Blank, Erifopoulos, Pfeifer, Schnellbacher, Corak 10, Stark 2, T. Spieß 2, Keck, Winkler 1, L. Spieß 2, Göpfert 1.

Zuschauer: 1345 im Sportzentrum Hüttenberg. – Schiedsrichter: Kern/Kuschel. – Siebenmeter: 6/5:6/6 (Hahn vergab). – Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Zörb, Fernandes, Rompf – T. Spieß, Göpfert, Winkler).

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