Rund um die 31:26-Niederlage bei der HSG Hanau überwiegt beim TV Großwallstadt nach wie vor die Freude über die gewonnene Meisterschaft und den damit einhergehenden Aufstieg in die zweite Bundesliga. Zumal der Klassenwechsel den Vorteil auf seiner Seite hat, im nächsten Jahr nicht in Hanau antreten zu müssen. Wobei der TVG durchaus großen Respekt vor der Arbeit und Akribie der Hessen hat, vielmehr ist genau dies der Grund der Erleichterung. Schon in der Vorsaison stand der TVG nämlich in der Main-Kinzig-Halle auf recht verlorenem Posten und auch diesmal sollte es nicht wirklich anders sein.

Hausherr ist sehr zielstrebig

Wobei allerdings der Gastgeber ohnehin in eigener Halle eine Macht darstellt. Als einziges Team der ganzen Staffel blieb Hanau nämlich in dieser Spielzeit in eigener Halle ungeschlagen. Zudem war der jetzige Tabellendritte auf Punkte angewiesen, um in den DHB-Pokal einzuziehen. Somit musste ein Platz unter den besten vier Vereinen Ziel sein, und bei einer Niederlage wäre die HSG auf Rang fünf gelandet.

Den Einsatzwillen merkte man dem Hausherrn auf dem Feld rasch an. Keine fünf Minuten waren gespielt, als die HSG bereits mit 4:1 in Führung lag. Auf der Seite des Kontrahenten war es zu Beginn vornehmlich Jan Winkler, der den TVG im Spiel hielt. Der Rückraumspieler, der sich nach seiner langwierigen Verletzung in den letzten Wochen ohnehin im Aufwind befindet, erzielte die ersten drei Treffer seiner Sieben im Alleingang und kam insgesamt auf doppelt so viele Torerfolge. Weil Hanau aber nicht nur in der Abwehr sehr sattelfest stand und einmal mehr mit Sebastian Schermuly einen exzellenten Torwart hatte, sondern auch im Angriff immer wieder zu Toren kam, stockte die HSG weiter auf 8:3 und 12:4 auf. Großwallstadt fand in einem körperbezogen geführten Spiel mit Haken und Ösen nicht recht zu seiner Form und musste den Derbygegner sogar noch weiter davonziehen lassen. Als Kai Best nach 26 Minuten per Strafwurf für den Hausherrn traf, lag erstmals eine zweistellige Differenz zwischen beiden Seiten. Zur Halbzeit hatte Hanau angesichts eines 18:9 genau doppelt so viele Tore wie Großwallstadt.

Um Ergebniskorrektur bemüht

Die Aufgabe für die Gäste in den zweiten 30 Minuten schien dadurch nicht einfacher zu werden, dass ihr Spieler Mario Stark kurz vor der Pause infolge seiner dritten Zeitstrafe die rote Karte gesehen hatte. Dennoch legten sich aber Mannschaft und die zahlreichen und lautstraken Fans im zweiten Durchgang noch einmal ins Zeug, und so gelang es unter dem Strich immerhin, den Unterschied zwischen beiden Duellanten noch einmal nahezu zu halbieren. Maßgeblich dafür waren vor allem zwei starke Phasen des TVG, in denen dieser in den zweiten 30 Minuten zweimal am Stück je vier Tore erzielte und dadurch zunächst von 20:10 auf 20:14 und später dann von 29:21 auf 29:25 verkürzte. Dennoch muss man an diesem Tag zugeben, dass kein Spieler der Gastmannschaft so recht zu seiner Form fand und die beiden Punkte schlussendlich vollkommen verdient an die HSG Hanau gingen. Man hätte sicherlich den Samstag letztmals im TVG-Aufgebot stehenden Luis Franke, Niklas Geck, Markus Podsendek, Finn Zecher sowie Trainer Manfred Hofmann einen erfolgreicheren Abend gewünscht. So stehen für den TVG, als allerdings nach wie vor überlegenen Meister, nach dem letzten Spiel 830:696 Tore und 49:11-Punkte in der Bilanz.

Auf- und Absteiger gefunden

Während Großwallstadt aufsteigt, müssen Gelnhausen, Bad Blankenburg und Bad Neustadt absteigen.

HSG Hanau – TV Großwallstadt 31:26 (18:9)
HSG Hanau: Adanir, Schermuly; Ritter 3/2, Schaeffter 2, Ruppert 7, Strohl 2, Bergold 7, Marschall, Pillmann 2, Best 6/5, Reuter, Geist 2, Christoffel, Pareigis.
TV Großwallstadt: Zecher, Podsendek, Kuģis; Spatz 8/1, Geck 1, Franke, Eisenträger 1, Blank 3, Schnellbacher 1, Corak 2, Stark, T. Spieß 4, Winkler 6, Göpfert.
Zuschauer: 920 in der Main-Kinzig-Halle in Hanau. – Schiedsrichter: Scheck/Wittemann. – Siebenmeter: 7/7:2/1 (Eisenträger scheiterte). – Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Pillmann dreimal, Strohl, Christoffel, Pareigis – Stark dreimal, Corak zweimal, Geck). – Disqualifikationen: Rote Karten gegen Stark (TVG, 30.) und Pillmann (HSG, 48.) nach der jeweils dritten Zeitstrafe

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