Foto: Felix Müller
Das hatten sich alle beim TV Großwallstadt etwas anders vorgestellt. Mit nunmehr 29:43 Punkten haben die Gäste nach ihrem 27:24-Erfolg beim TVG wohl das rettende Ufer erreicht. Ein Pünktchen müsste reichen. Beim TVG hingegen ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Denn den Abstieg noch abzuwehren, ist wohl nicht mehr möglich.
Die Atmosphäre war von Anfang an sehr aufgeheizt, denn es ging um viel. Vor allem die Gäste aus Dresden bejubelten von Beginn an jeden Treffer und gingen unglaublich aggressiv zur Sache.  Regisseur Roman Becvar agierte sehr clever und über ihn lief das Spiel. Bis wenige Sekunden vor der Halbzeit. Da attackierte er Florian Eisenträger und die Schiedsrichter zeigten ihm die rote Karte. Bis dahin stand es 11:15. Vielleicht läutete dies die Wende ein, denn Becvar zu ersetzen, würde sicher nicht einfach werden.
Die Hausherren spielten diesmal wieder mit Mario Stark. Dafür war Artus Kugis nicht dabei. Für ihn stand Joshua Löffelmann parat.
Die TVG-Trainer Maik Pallach und Manfred Hofmann setzten  zunächst wieder auf den jungen Paul Hüttmann auf Außen und schickten Michael Spatz auf die halbrechte Position. Hüttmann machte es besser als zuletzt und erzielte in der vierten Minute seinen ersten Treffer zum 2:2 in der zweiten Liga. Bis zum 7:7 in der 16. Minute blieben beide Mannschaften auf Augenhöhe. Nach der Auszeit vom TVG beim 7:8 geriet der Motor ins Stottern. Das Trainergespann Pallach/Hofmann schickte Spatz auf Außen und Jan Winkler auf die halbrechte Position. Den Hausherren war die Anspannung anzumerken, den Gästen auch. Sie machten ihre Sache allerdings besser, gingen mit 13:10 (25.) in Führung. Marcel Engels verkürzte zwar mit einem Gewaltwurf. Die Gäste zogen die Reißleine und erhöhten danach auf vier Tore (15:11). Dann kam die vielleicht spielentscheidende Szene, die in Rot für Becvar gipfelte.
Die Gäste begannen die zweite Hälfte in doppelter Unterzahl und auch der TVG war noch nicht komplett, musste noch auf Lars Spieß kurz verzichten. Kapitän Eisenträger netzte zum 13:15 ein und beim 14:15 hielt Jan-Steffen Redwitz einen wichtigen Ball. Doch in der Folge wurde der TVG immer nervöser, traf nicht mehr viel und kassierte im Gegenzug zu viele Treffer. Der Gegner war immer dort, wo die Lücke war und spielte sehr clever. Ein ums andere Mal wurde nun die TVG-Abwehr ausgehebelt.  Das 15:20 (43.) war die Folge. Der TVG nahm die Auszeit, kurz danach der HCE. Ab dem 16:21 (46.) schickten die TVG-Trainer den siebten Feldspieler aufs Feld und Florian Eisenträger nahm Mittelmann Sebastian Greß an die kurze Leine. Dieser übernahm den Part von Becvar. Beim 20:23 (53.) keimte noch einmal Hoffnung auf. Auch, weil Torhüter Redwitz einen glockenfreien Wurf abkochte. Die Einheimischen hatten die Chance, auf zwei zu verkürzen. Mario Stark gelang dies, doch die Freude währte nicht lange (21:25). Der TVG gab sich nicht auf, kämpfte (24:26), ging zur offenen Deckung über, probierte alles. Aber die körperlich überlegenen Gäste ließen nichts mehr anbrennen und schickten den TVG in ein Tal der Tränen.
TVG: Löffelmann (bei einem Siebenmeter eingesetzt), Redwitz (1. bis  60. Minute, 13 Paraden; Spatz 5/4, Engels 4, Eisenträger 3, Erifopoulos (n.e.), Bergau (n.e.), Schnellbacher (n.e.), Hüttmann 2, Corak 5, Stark 3, T. Spieß 2, Keck (n.e.), Winkler 2, L. Spieß, Göpfert.
HCE: Halfmann (n.e.), Huhnstock (1. bis 60. Minute, 11 Paraden) ; Pulay 1, Jurgeleit (n.e.), Emanuel (n.e.), Dierberg 10/7, Gugisch 2, Buschmann, Märtner, Flödl, Kretschmer 2, Hoffmann 2, Greß 3, Kammlodt 2, Becvarm3, Pechstein 2.
Schiedsrichter: Kern/Kuschel. – Zuschauer: 1248. – Zeitstrafen:  TVG 2 (Eisenträger, L. Spieß), HCE 5 (zweimal Becvar, je einmal Pechstein, Buschmann, Kretschmer). – Siebenmeter:  TVG 5/4 (Spatz scheitert an Huhnstock); HCE 7/7. – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Becvar nach Foul an Eisenträger in der 30. Minute.
Spielfilm: 1:0 (1. Minute), 2:2 (4.), 4:4 (10.), 6:7 (15.), 7:8 (18.), 9:11 (22.), 10:13 (25.), 11:14 (28.), 12:15 (30.); 14:16 (37.), 15:19 (41.), 15:20 (43.), 17:21 (47.), 18:23 (51.), 20:23 (53.), 21:25 (56.), 24:27 (60.).
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