Fast 200 Tage unbesiegt geblieben

Nach 198 Tagen muss Großwallstadt in der dritten Liga erstmals wieder eine Niederlage verzeichnen. Die zuvor seit Ende September ungeschlagene Sieben verlor in Göttingen gegen den Northeimer HC mit 22:29 (13:13). Während Großwallstadt bereits vor der Partie als Meister feststand, sammelt der Gegner wertvolle Zähler auf dem angepeilten Weg in Richtung Klassenerhalt. Mit nunmehr 25 Pluspunkten hat der NHC als Tabellenelfter drei Spieltage vor Saisonschluss fünf Punkte Abstand auf die Abstiegsränge.

Nur eine Führung in 30 Minuten

„Kurz und bündig: Wir waren heute von der Rolle und haben verdient verloren“, bekennt Gästetrainer Manfred Hofmann. Wobei seine Mannschaft auf eine ganze Reihe an Akteuren verzichtete: Luis Franke, Niklas Geck, Antonio Schnellbacher, Stefan Koppmeier, aber auch Thomas Keck sowie Francesco Wengerter wurden nach Kleinwallstadt entsandt, um dort mit der eigenen zweiten Vertretung um den Aufstieg zu kämpfen. Ein übrigens erfolgreiches Unterfangen: Die zweite Mannschaft steigt nach dem doppelten Punktgewinn im Lokalvergleich definitiv aus dem Bezirk in den hessenweiten Handball auf.

Die erste Vertretung, die mit Finn Zecher im Tor begann, tat sich derweil in Niedersachsen deutlich schwerer. Wobei der Trainer betont, dass dies keineswegs am Schlussmann gelegen habe: „Die Spannung war heute etwas raus. Wir müssen uns einfach erstmal neu sortieren, werden dies nun aber sicherlich schnell und noch vor dem anstehenden Heimspiel am Wochenende gegen Großsachsen tun.“ Der NHC ergriff die Gunst der Stunde dankbar und lag in den ersten 30 Minuten überhaupt nur einmal in Rückstand. Mitte der Halbzeit hatte Michael Spatz, der auch an diesem Tag wieder erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft sein sollte, den Treffer zum 6:7 erzielt. Selbst von einer Disqualifikation gegen Paul-Marten Seekamp nach rüdem Einsteigen ließ sich der Hausherr nicht aus der Bahn werfen. Zurück in die Kabine gingen beide Mannschaften nach den ersten 30 Minuten letztlich mit einem 13:13-Unentschieden.

Kurzer Zwischenspurt des NHC

Erst nach dem Seitenwechsel sah es zumindest kurzzeitig so aus, als könne Großwallstadt doch noch Oberwasser gewinnen. Treffer von Lars Spieß, Mario Stark und Dino Corak ließen den Gast binnen vier Minuten auf 13:16 davonziehen. Eine Zeitstrafe gegen Dino Corak und mehr noch vier Gegentore in Folge bremsten allerdings jegliche Aufbruchsstimmung rasch wieder aus. Daran vermochte selbst eine Gruppe mitangereister und lautstark unterstützender Fans nichts zu ändern. Der Ausgang der Partie war nun bis in das letzte Schlussviertel hinein offen, wobei sich TVG-Trainer Manfred Hofmann durchaus auch an die eigene Vereinsnase fasst. Eine ganze Liste an Fehlern hatte er ausgemacht, die sich nun in den kommenden Minuten sogar noch einmal steigern sollten. Durch unkonzentrierte Abschlüsse machte der TVG nun nämlich den gegnerischen Schlussmann stark und musste mitansehen, wie Northeim binnen sechs Minuten von 20:20 bis auf 26:20 davonzog. Sieben Minuten vor Spielende war somit bereits eine Vorentscheidung gefallen, und letztlich sollte sich Northeim dann auch einen Heimsieg sichern können.

Nachdem also eine Serie von 20 Begegnungen ohne Niederlage am Sonntag in Niedersachsen ihr Ende fand, soll eine neue Erfolgsgeschichte bereits an den kommenden beiden Wochenenden gestartet werden. Der TV Großwallstadt bestreitet nämlich an den Terminen im April seine beiden letzten Heimspiele der insgesamt so erfolgreich verlaufenen Punkterunde und erwartet dabei am nächsten Samstag, um 19:30 Uhr, den TVG Großsachsen und am 29. April, um 17 Uhr in Elsenfeld, die MSG Groß-Bieberau/Modau.

Northeimer HC – TV Großwallstadt 29:22 (13:13)
Northeimer HC: Stammer, Armgart; von Hermanni 3, Meyer 6, Schlüter, Krebs 5, Lange 9/6, Seekamp, Hoppe 3, Haberecht, Wilken 2, Strupeit, Berthold 1.
TV Großwallstadt: Zecher, Podsendek; Spatz 10/7, Eisenträger 4, Blank, Erifopoulos, Corak 3, Stark 3, T. Spieß, Winkler 1, L. Spieß 1, Göpfert.
Zuschauer: 1500 in der Sparkassenarena in Göttingen. – Schiedsrichter: Adler/Hornuff. – Siebenmeter: 7/6:8/7 (Lange vergab – Spatz scheiterte). – Zeitstrafen: 8:14 Minuten (Hoppe zweimal, von Hermanni, Lange – Stark dreimal, T. Spieß zweimal, Eisenträger, L. Spieß). – Rote Karten: Seekamp (NHC, 18.) infolge eines Foulspiels und Stark (TVG, 47.) nach der dritten Zeitstrafe.

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