Foto: Günter Ohlig

Wohlmöglich muss man es mit dem Abstand einiger Tage als kleine sportliche Delle bezeichnen, die der TV Großwallstadt jüngst in Hessen erlitten hatte. Am Sonntag jedenfalls zeigte sich der TVG von dieser überraschenden Punkteteilung der Vorwoche in Bruchköbel gut erholt und sicherte sich gegen die abstiegsgefährdete zweite Mannschaft des HSC Coburg beim 31:18 (17:9)-Sieg beide Punkte. Der Hausherr untermauerte dadurch in Elsenfeld auch seine Position als Spitzenreiter und hat acht Spiele vor Rundenschluss einen recht üppigen Vorsprung auf die in der Tabelle folgende Konkurrenz. So hat der Ligazweite Erlangen acht weitere Minuspunkte aufzuweisen und der Dritte Leutershausen sogar zwölf.

Schallmauer durchbrochen

Allenfalls in der Anfangsphase sah es danach aus, als könne der Gast vor knapp 1000 Zuschauern darauf hoffen, die lange Serie von mittlerweile 16 ungeschlagenen Paarungen des TVG zu beenden. Der kleine Kader des HSC, der gerade einmal mit zehn Akteuren von Oberfranken nach Unterfranken gereist war, lag nämlich beim 0:1 und trotz zwischenzeitlichem 2:1 abermals beim 2:3-Zwischenstand in Führung. Als Weckruf diente in dieser Phase dann allerdings ein gehaltener Siebenmeter von Artūrs Kuģis, der verhinderte, dass der Gast mit 3:4 abermals in Front zog. Überhaupt sollte der lettische Nationaltorwart im Tor des TVG der Partie seinen Stempel aufdrücken. So hatte er auch in dieser Phase ganz maßgeblichen Anteil daran, dass sich der TVG um den agilen Tom Spieß zunehmend abzusetzen begann.

Nach der dritten Parade in Folge brachte Michael Spatz von Rechtsaußen den Hausherrn nach noch nicht einmal zehn Minuten mit 6:3 in Führung. Es war bereits Saisontor Nummer 200 für den Torjäger. Wobei dieser eigentlich gar nicht die Position am Flügel bekleidete, sondern neben Antonio Schnellbacher im rechten Rückraum aufgelaufen war. Linksaußen André Göpfert, der sehr überzeugend begann, legte sogar noch ein Tor zum 7:3 nach. Nach fünf Gegentoren in Folge kam zwar auch der Gast wieder zu Treffern, sah sich aber dennoch bereits nach der Hälfte der Spielzeit mit einem deutlichen Rückstand konfrontiert.

Luis Franke wieder dabei

Direkt nach Wiederanpfiff des Schiedsrichtergespanns halbierte zwar der HSC den Rückstand nahezu von 17:9 auf 17:12, konnte danach aber nicht mehr weiter nachlegen. Zu souverän trat der um zwölf Ränge im Klassement besser platzierte Gastgeber dazu an diesem Nachmittag auf. Von 17:12 erhöhte der TVG binnen nicht ganz zehn Minuten auf 23:14. Eine Vorentscheidung war längst gefallen. Großwallstadt konnte es sich sogar erlauben, die lange Zeit verletzten Florian Eisenträger, Jan Winkler und Luis Franke auf das Feld zu schicken, ohne dass wirkliche Zweifel am Heimerfolg aufkamen. Eher im Gegenteil, stockte der Spitzenreiter seinen Vorsprung sogar noch etwas weiter auf und hatte nach einem Treffer von Mario Stark fünf Minuten vor Abpfiff erstmals eine zweistellige Differenz zwischen sich und den Kontrahenten gebracht. Nach diesem 28:18-Zwischenstand legten Florian Eisenträger, Jan Winkler und Mario Stark noch drei Treffer zum 31:18-Endstand nach. Der bislang höchste Saisonsieg war besiegelt.

Zu Gast beim Tabellendritten

Dieser sollte auch Selbstvertrauen geben für das Aufeinandertreffen mit einem Verfolger am kommenden Wochenende. Hier wird Großwallstadt höchstwahrscheinlich all die in den letzten Wochen erworbene Spielfreude, das erlangte Selbstvertrauen und seinen Mannschaftsgeist in die Waagschale werfen müssen. Gastgeber ist nämlich am nächsten Samstag, um 19 Uhr in Hirschberg, Zweitligaabsteiger Leutershausen.

 

TV Großwallstadt – HSC Coburg 31:18 (17:9)

TV Großwallstadt: Podsendek, Kuģis; Spatz 8/2, Geck, Franke 1, Eisenträger 3/1, Blank, Schnellbacher 1, Corak 5, Stark 6, T. Spieß 2, Winkler 2, L. Spieß 1, Göpfert 2.

HSC Coburg: Titze, Foluszny; Munoz 5, Merkwirth, Pernet 1, Drude 3, Bühler 2, Schramm 2, Fichtner, Wolf 5.

Zuschauer: 961 in der Untermainhalle in Elsenfeld. – Schiedsrichter: Bittner/Casselmann. – Siebenmeter: 5/3:1/0 (Spatz scheiterte zweimal – Pernet vergab). – Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Eisenträger, Stark – Drude zweimal, Merkwirth, Bühler).

 

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