Großwallstadt schlägt sich wacker

Beim Hausherrn gab es schon vor dem Anpfiff lange Gesichter, und es sollte auch geraume Zeit dauern, ehe der VfL Lübeck-Schwartau bei seinem mit 28:25 (13:17) gegen den TV Großwallstadt gewonnenen Heimspiel doch noch eine positive Bilanz zog. Der Hausherr blieb beim Duell mit dem Altmeister angesichts von 1632 Zuschauern ein knappes Fünftel unter seinem bisherigen Schnitt in dieser Saison. Auch auf dem Spielfeld sollte die Favoritenstellung des Gastgebers lange nicht wirklich zu Tage treten.

 TVG spielt frech auf

Erstmals seit dem zweiten Spieltag war Florian Eisenträger wieder mit von der Partie und kam in der Schlussphase auch zum Einsatz. Außerdem begann Trainer Florian Bauer diesmal mit Lars Spieß statt Mario Stark im linken Rückraum. Ein insgesamt offensichtlich vielversprechendes Modell, das er gewählt hatte. Durch einen satten Schuss von Lars Spieß ging der TVG nämlich gleich 0:1 in Führung und spielte nicht nur mit, sondern setzte über weite Strecken der ersten Halbzeit die Akzente. Dies auch, weil die schon gegen den TUSEM Essen gewinnbringende 3:2:1-Deckung auch diesmal gute Arbeit vollbrachte.

Nur beim 3:2 nach fünf Minuten durch Antonio Metzner, ehemaliger Zögling der TV Großwallstadt Junioren, lag die Heimmannschaft im ersten Durchgang in Führung. Der TVG hingegen wusste ebenfalls über die Aufbaureihe zu gefallen, aus der heraus sich vor allem Lars Spieß immer wieder mit Toren hervortat. Lange fand Lübeck-Schwartau keine Mittel gegen die gefährlichen Rückraumschützen des TVG. Zudem wurde Jan Blank wiederholt in Szene gesetzt und sorgte dann für einige Unruhe am Kreis.

Nach einem 7:7-Zwischenstand begann sich der TVG sogar abzusetzen und zog binnen zehn Minuten bis auf 9:13 davon. Nach 22 Minuten schien eine große Überraschung in der Luft liegen zu können. Der VfL Lübeck-Schwartau zählt schließlich zu den heimstärksten Vereinen der Liga und hat binnen der letzten zwölf Monate gegen Emsdetten und Hagen lediglich zwei seiner Heimspiele abgeben müssen. Dennoch lag der Hausherr gegen den äußerst schwungvoll auftretenden Kontrahenten zur Pause mit 13:17 hinten.

Quäntchen Glück fehlt

Ähnlich wie gegen Essen hatte Großwallstadt im ersten Durchgang vollauf überzeugt. Ähnlich wie gegen Essen sollten dann allerdings nach dem Seitenwechsel die Kräfte schwinden. Wobei auch der ins Tor eingewechselte VfL-Schlussmann Dennis Klockmann Anteil am Umschwung hatte. Mehr als doppelt so viele Bälle wie der in den ersten 30 Minuten ganz überwiegend eingesetzte Marino Mallwitz parierte er.

Der Torwart war es auch, der gleich zweimal verhinderte, dass der TVG eingangs der zweiten Hälfte erstmals mit fünf Toren Unterschied in Führung ging. Außerdem bremsten den Gast in dieser Phase einige Zeitstrafen ein. Auch weil die Halle nun etwas aus ihrer zeitweisen Lethargie erwachte, kamen die Norddeutschen ganz allmählich ans Rollen. Zudem sanken die Großwallstädter Chancen weiter, als Mario Stark nach Dreivierteln der Partie Rot sah. Selbst die Gastgeber sprachen von einer harten Entscheidung.

Dadurch, dass zudem in dieser Situation erstmals seit dem 7:7 wieder ein Remis auf der Anzeigetafel stand, eine mehr als schwierige Situation für Großwallstadt. Lübeck-Schwartau nutzte nämlich den Rückenwind und ging durch einen 8:3-Zwischenspurt im gesamten Durchgang nun in Führung. Diese gab der VfL nun auch nicht mehr an den TVG ab. Der Gast schlug sich sehr wacker, blieb aber ohne Punkte. Letztgenanntes gilt es möglichst schon am Freitag, beim Spiel in Dresden gegen Elbflorenz, zu ändern.

VfL Lübeck-Schwartau – TV Großwallstadt 28:25 (13:17)

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz, Klockmann; Glabisch 5/2, Genda 5, Ranke 1, Waschul 1, Schult 2, Köhler, Schrader, Kretschmer 4, Claasen, Runarsson 4, Bruhn, Metzner 6.

TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 6/4, Engels 6, Eisenträger, Blank, Erifopoulos, Schnellbacher, Urban, Corak 2, Stark 1, T. Spieß 2, Winkler 3, L. Spieß 3, Göpfert 2.

Zuschauer: 1632 in der Hansehalle in Lübeck. – Schiedsrichter: Weiße/Pusch. – Siebenmeter: 3/2:6/4 (Runarsson scheiterte – Spatz vergab zweimal). – Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Kretschmer, Schult, Waschul – L. Spieß zweimal, T. Spieß, Stark). – Disqualifikation: Rote Karte Stark (TVG, 45.) nach Foulspiel.

 

Teilen auf