Beim TV Großwallstadt soll es weiter aufwärts gehen. Durch das Unentschieden am zurückliegenden Freitag in Dormagen ist der TVG bereits um einen Tabellenrang nach oben geklettert und will nun am 3. Oktober möglichst die Chance nutzen, am gegnerischen HC Rhein Viking vorbeizuziehen.

Der Gast stellt tatsächlich noch ein recht junges Gebilde dar und wurde erst letztes Jahr im Frühjahr durch die beiden Vereine Neusser HV und ART Düsseldorf gegründet. Beide Seiten waren bereits recht hochklassig aktiv, sahen aber ihre Zukunft nach dem Aufstieg des NHV in einer Kooperation. Dies durchaus mit Erfolg, als 14. des Klassements konnte nämlich die Zugehörigkeit zum Unterhaus der Bundesliga gewahrt werden. Ein vergleichbares Ergebnis ist auch diese Runde Losung der Rheinländer.

Achtungserfolg gegen Coburg

Angesichts eines ziemlich anspruchsvollen Auftaktprogramms schlägt sich der HC auf einem möglichen Weg zu diesem Ziel eigentlich gar nicht einmal schlecht und hat derzeit 3:9-Punkte auf seinem Konto und steht damit um einen Zähler besser als Großwallstadt da. Die Rhein Vikings verloren zwar direkt zum Saisonauftakt knapp bei dem ebenfalls auf einem Abstiegsrang liegenden Wilhelmshavener HV, trotzen dafür aber dem Aufstiegsfavoriten HSC Coburg den bislang einzigen Punkt der noch jungen Saison ab. Nachdem danach vier Partien verloren wurden, werden die Wikinger vom Rhein auf Zählbares aus sein.

Auch beim geplanten Beutezug in Unterfranken setzt die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt auf ein recht eingespieltes Team. Während es im Umfeld doch einige Änderungen in der Sommerpause gab und der ehemalige Spieler Daniel Pankofer nunmehr Geschäftsführer ist, hat sich die Belegschaft auf dem Spielfeld kaum geändert. So kann der Verein auf mannschaftliche Geschlossenheit setzen, aber auch das Wurfvermögen von Alexander Oelze, Christian Hoße und Bennet Johnen, die die besten Torschützen sind.

Schwieriger Handballstandort

Überhaupt scheint Offensive ein gutes Stichwort für den Handball in der nordrhein-westfälischen Region zu sein. Nicht nur, weil man abermals hofft, der Sportart dort neuerliches Leben einhauchen zu können. Trotz langjähriger Bundesligazugehörigkeit und sogar einem Europapokalgewinn war dies in der Vergangenheit TuRU Düsseldorf, die später HSG Düsseldorf hieß, nicht gelungen. Vielmehr ist aber hier gemeint, dass die Spielphilosophie des HC eine etwas andere geworden ist, nachdem mit Heider Thomas und Dennis Aust defensivstarke Akteure den Verein verlassen haben, und dafür mit den Neuzugängen wurfstarke Spieler auf allen drei Rückraumpositionen hinzugestoßen sind. Wobei Trainer Klatt betont, dass seine Neuverstärkungen Philipp Pöter aus Wetzlar sowie der Kroate Ivan Malis und der vom Erstligisten Frisch Auf Göppingen ausgeliehene Bosnier Srdan Predragovic durchaus abwehrstark seien.

TVG setzt auf seine Zuschauer

Jüngst waren es allerdings vor allem Torjäger Alexander Oelze und der famos haltende Vladimir Bozic, die in der vergangenen Woche zunächst den Eindruck vermittelten, als könne der HC in eigener Halle vielleicht sogar am Glanz der Essener Tabellenführung kratzen. Letztendlich schwanden dann dem Hausherrn allerdings die Kräfte und der TUSEM nahm beide Zähler mit ins Ruhrgebiet. Ein Phänomen, das der TV Großwallstadt aus eigener leidvoller Erfahrung kennt. So ist momentan etwa der Ausfall von Mannschaftskapitän Florian Eisenträger nur schwerlich zu verkraften. Es fehlt dem Team keinesfalls an Leidenschaft oder Einsatzfreude, aber mitunter an den Kraftreserven ob des doch eher schmalen Kaders. Dies kostete bereits im Eröffnungsspiel der Saison einen weiteren Punkt gegen Ferndorf und ermöglichte zuletzt auch Dormagen eine unerwartete Aufholjagd in den letzten Minuten. Umso mehr sind die Schützlinge von Trainer Florian Bauer nun aber darauf aus, den Kontrahenten zu bezwingen.

Dabei setzt der TVG wieder auf Unterstützung von den Rängen. Die TVG‘ler befinden sich nämlich in einer stressigen Phase der Saison. Mit der Partie in Dormagen, dem Freundschaftsspiel in Bruchköbel( 2.10), dem Aufeinandertreffen mit den Rhein Vikings und den Vergleichen mit Hüttenberg (Samstag, 6. Oktober), Nordhorn-Lingen (Mittwoch, 10. Oktober), und N-Lübbecke (Samstag, 13. Oktober) laufen sie nämlich binnen 16 Tagen zu gleich sechs Begegnungen auf. Zum Heimspiel gegen N-Lübbecke veranstaltet der TVG als Rahmenprogramm wieder das schon traditionelle Oktoberfest.

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