Der TV Großwallstadt hat in diesem Jahr wirklich allen Grund, über Weihnachtsstress zu klagen. Im Zwei-Tages-Rhythmus heißt es ab Samstag Spiel in Balingen, Heilig Abend, Spiel in Kreuztal. Dennoch bleibt TVG-Trainer Florian Bauer zuversichtlich: „Wenn wir viel Leidenschaft an den Tag gelegt haben, konnten wir bislang überall mithalten. Nachdem wir das Spiel gegen Hamburg gewonnen haben, ist die Partie beim gemeinsam mit Coburg die Tabelle anführenden Balingen-Weilstetten so etwas wie ein Bonusspiel. Auch der zweite Gastgeber, Ferndorf, liegt vor uns in der Tabelle. Die liegen uns von ihrem Spielstil vielleicht etwas eher. Ich wäre jedenfalls über jeden Punkt froh, den wir noch holen könnten.“

Wie schwer die Aufgaben sind, zeigt sich allerdings auch daran, dass der TVG bei den beiden einzigen Teams der Liga antreten wird, die in ihren Heimspielen bislang noch keinerlei Punkte abgegeben haben.

Am Samstag in Balingen

Der HBW Balingen-Weilstetten stellt mit Martin Strobel sogar einen Akteur, der in einem knappen Monat mit der deutschen Nationalmannschaft bei den Welttitelkämpfen in Deutschland und Dänemark auflaufen wird. Aber auch ansonsten haben die Württemberger einen exzellenten Kader beieinander. Nachdem man im Vorjahr mit Rang fünf etwas unter den Erwartungen lag, hat man zwar einige Spieler verloren, sich allerdings mit erstligaerprobten Akteuren wie Romas Kirveliavicius (Coburg), Benjamin Meschke (Leipzig) und Marcel Niemeyer (Eisenach) sowie dem Portugiesen Diogo Oliveira verstärkt.

Nachdem der Verein etwas holprig in die Spielzeit gestartete war, hat er sich mittlerweile längst gefangen und ist drauf und dran, das gesteckte Saisonziel, den letztjährigen Platz zu übertreffen, zu erreichen. Nach einer Niederlage Ende Oktober auswärts gegen den hochgehandelten TuS N-Lübbecke ist Balingen-Weilstetten seit mittlerweile acht Partien ohne Punktverlust und will diese Serie jetzt sicherlich auch auf die zwei dieses Jahr noch anstehenden Gastauftritte von Großwallstadt und Lübeck-Schwartau erstrecken.

In eigener Halle ist der HBW sogar schon seit 16 Partien siegreich. Eine ausgesprochen schwere Aufgabe also für den TVG, bei den mannschaftlich sehr breit besetzten „Galliern von der Alb“ bestehen zu wollen.

Am Mittwoch in Ferndorf

Nachdem Großwallstadt am Wochenende bei einem Hausherrn angetreten sein wird, der vor Jahresfrist aus der Ersten Bundesliga abgestiegen ist, wartet am Mittwoch nächster Woche ein Kontrahent auf den TVG, der gemeinsam mit der Sieben um Torjäger Michael Spatz erst vor dieser Saison aufgestiegen ist.

Mit dem Duell gegen den Ligadritten Ferndorf beginnt für den TVG in Nordrhein-Westfalen die Rückrunde. Bereits zu Beginn der Saison standen sich beide in Elsenfeld gegenüber und Ende August musste man nicht unbedingt davon ausgehen, dass Ferndorf eine derartige Rolle in der Liga einnehmen würde. Das Team um Trainer Michael Lerscht schien lange auf der Verliererstraße, ehe es sich im Schlussspurt noch einen Zähler sicherte. Danach hat der letztjährige Meister der Dritten Liga West jedoch mehr und mehr auf die Erfolgsspur ausgeschert und steht nun auf einem hervorragenden Tabellenplatz.

Großwallstadt wird sich also bei den anstehenden Aufgaben ziemlich strecken müssen. Es gilt nun, die in eigener Halle ganz überwiegend ausgesprochen starken Leistungen auch einmal in einer fremden Halle zeigen zu können. Dies wird zwar in den anstehenden Paarungen schwer, aber andererseits hat der TVG ja durchaus auch schon bei den Topklubs der Liga sein Können mehrfach unter Beweis stellen können, alleine der Knoten ist bislang noch nicht recht geplatzt. Gerade auswärts steht erst ein Punkt zu Buche.

Der Verein freut sich natürlich sehr über Fans, die ihn in die Fremde begleiten, weist aber darauf hin, dass die Halle in Ferndorf wohl bereits ausverkauft ist. Auch Sportdeutsckland.TV und das Main-Echo über seinen Blog und Ticker (www.main-echo.de/tvg) bieten allerdings Möglichkeiten, den Spielen zu folgen.

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